Sonnenstrom ganz leicht gemacht: Bürger Energie Kassel & Söhre hilft bei der Installation von PV-Anlagen

In der HNA wurde am 16.11. 2019 über das Angebot der Bürger Energie Kassel & Söhre eG berichtet, bei der Installation einer PV Anlage mit Rat, Tat und Finanzierung einer PV Anlage zu helfen. Den vollständigen Bericht lesen Sie hier.

 


 

Pressemitteilung: 

Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre sieht nordhessische Energiewende bedroht 

 

„Das jämmerliche Klimapaket der Bundesregierung, das allen umweltpolitischen Erfordernissen widerspricht, bedroht auch die Energiewende in Nordhessen“, stellt Helga Weber, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft Kassel & Söhre, fest.

Es können die vor Ort vorhandenen Potenziale nicht weiter ausgeschöpft und der Weg zu einer klimaneutralen Region fortgesetzt werden, weil die Bundesregierung mit ihrem sog. Klimapaket dem nordhessischen Erfolgsprojekt jetzt noch weitere Steine in den Weg legt.

„Wir hatten gehofft, dass die widersinnigen Beschränkungen des Ausbaus von weiteren Windparks in den Bundesländern aufgehoben werden, die in der Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes 2017 verankert worden sind!“ Statt dessen befördert die Bundesregierung sogar noch den massiven Einbruch in der Windbranche, indem sie mit der geplanten Festlegung von 1000 Meter Abstand eines Windparks zur nächsten auch kleinsten Ansiedlung die Ausweisung von geeigneten Flächen noch schwieriger macht.

„Das Ergebnis der katastrophalen Bestimmungen des EEG 2017 wird jetzt sichtbar: der renommierte Windanlagenbauer enercon, der die Anlagen für drei der vier Windparks geliefert hat, an denen die nordhessischen Bürger Energie Gesellschaften beteiligt sind, baut massiv Stellen ab. Hätte das Klimapaket die Defizite der vergangenen Jahre erkannt und für Abhilfe gesorgt, wäre diese Entscheidung vermutlich so nicht erfolgt.

Der Anlagenbauer allerdings scheint die Hoffnung auf eine entschiedene Klimapolitik der Bundesregierung aufzugeben. Damit verliert die Branche der Erneuerbaren Energien zum zweiten Mal wissenschaftliche und technische Kompetenz, die für die Energiewende dringend benötigt wird und außerdem viele Tausend Arbeitsplätze. Einen vergleichbaren Einbruch hatte die Branche der Photovoltaik-Hersteller in 2013 zu verzeichnen, nachdem mit der damaligen Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes in Deutschland 80.000 Arbeitsplätze verloren gegangen sind.

Dieses Alarmsignal wird aber offenbar im Wirtschaftsministerium nicht gehört.

„Statt den nordhessischen Weg weiter gehen zu können, mit dem hier deutlich mehr Ökostrom vor Ort erzeugt wird als das im bundesrepublikanischen Durchschnitt der Fall ist, wird die Chance zur erfolgreichen Energiewende nicht genutzt. Das ist mehr als ein Schlag ins Gesicht aller Bürgerinnen und Bürger, die gerne an diesem Prozess teilhaben und ihn unterstützen wollen, weil sie die Notwendigkeit erkannt haben, dass der Klimakrise entschieden begegnet werden muss und dass das mit großer Unterstützung der Bevölkerung auch gelingen kann“.

Helga Weber

15.11.2019

 


Informationen zur geplanten Steigerung der EEG-Umlage in 2020

 

Derzeit geht die Nachricht durch die Medien, dass 2020 die EEG-Umlage steigen wird, und zwar von 6,405 c/kWh auf 6,756 c/kWh – also um 0,00352 €.

In vielen Berichterstattungen wird der Eindruck erweckt, dass mit der Steigerung der EEG-Umlage automatisch eine Strompreiserhöhung einhergehen müsse. Und das Fazit ist dann: für die Steigerung der Strompreise ist Ausbau der Erneuerbaren Energien verantwortlich!

Das aber ist falsch!

Im Gegenteil: Die Erneuerbaren Energien senken die Stromerzeugungskosten!

 1. Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Steigerung der EEG-Umlage und Strompreiserhöhungen!

Die zunehmende Einspeisung von Ökostrom senkt den Großhandelspreis an der Strombörse, weil die Energieerzeugung mit Erneuerbaren mittlerweile deutlich kostengünstiger ist als die mit Kohle aus jüngeren Kraftwerken. Allerdings  geben die Einkäufer von Strom an der Börse (also die großen Stromversorger) diese gesunkenen Strombeschaffungskosten meist nicht an ihre Stromkunden weiter, sondern erhöhen ihre Gewinne. Den schwarzen Peter für die Steigerung der Strompreise schiebt man den Erneuerbaren Energien zu.

Fazit: Trotz steigender EEG-Umlage könnten die Strompreise sinken!

2. Eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg, die im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau erstellt wurde, hat Erstaunliches zu Tage gefördert:

Wenn Strom immer noch komplett mittels des fossil-atomaren Systems erzeugt würde, wären heute die Großhandelspreise wesentlich höher. Für die industriellen Großverbraucher, die die Elektrizität direkt von der Strombörse beziehen, hätte sich der Strompreis ohne Wind und Solar im Zeitraum von 2011bis 2018 mehr als verdoppelt; 2018 hätten statt der tatsächlichen 4,4 c/kWh mehr als 10 Cent gezahlt werden müssen.

Das Ergebnis der Uni-Studie ist:

Zwischen 2011 und 2018 haben die Endkunden rund 70 Milliarden Euro gegenüber einer Energieversorgung ohne Wind und Solar gespart!  Nutznießer ist vor allem die energieintensive Industrie!

3. Besonders begünstigt von dieser Entwicklung sind jene Industrieunternehmen, die als „energieintensive Betriebe“ von der Zahlung der EEG-Umlage befreit sind.

Wenn das Ziel der Politik ist, Strompreise für Großverbraucher der Industrie aus Konkurrenzgründen oder für Schienenverkehrsunternehmen aus Umweltgründen niedrig zu halten, sollte er dies nicht in der EEG-Umlage verstecken und den privaten Haushalten aufbürden. Die Grafik zeigt, dass die EEG-Umlage seit 2009 doppelt so stark gestiegen ist wie die Auszahlungen an die Betreiber von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie. Ca. 3 Cent sind also Subventionen und haben nichts mit den Auszahlungen für Einspeisevergütungen zu tun.

 

Fazit: Die größten Profiteure der Energiewende sind die von der EEG-Umlage befreiten industriellen Großverbraucher, in deren angeblichem Interesse gegen den Ausbau der Erneuerbaren Energien polemisiert wird!

 


Rettet den Reinhardswald - durch Ausbau der erneuerbaren Energien!

 

Im Reinhardswald plant die Reinhardswald GmbH & Co. KG einen Windpark mit insgesamt 20 Windrädern. Wie bei den bisher in Söhre und Kaufunger Wald realisierten Windparks ist eine Beteiligung der Bürger Energiegenossenschaften vorgesehen. Auch unsere Genossenschaft will sich beteiligen.

Informationen zum Konzept und zum Planungsstand finden Sie auf der Internetseite https://www.wp-reinhardswald.de der Gesellschaft.

 
Bei der Projektierung der Windflächen des geplanten Windpark-Reinhardswald wird von Windkraftgegner zunehmend behauptet, dass hierfür größere Waldflächen "abgeholzt" werden sollen. 
Die "traurige Wahrheit" ist allerdings, dass durch den fortschreitenden Klimawandel und der damit verbundenen Trockenheit der letzten Jahre und mehrerer Stürme auf den geplanten Flächen praktisch nichts mehr zum "abholzen" übrig geblieben ist.  
 
Eine Entwicklung, die nur durch einen schnellen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und den Umstieg in die regenerative Energieerzeugung gebremst werden kann. 
 
 
Um diesen Sachverhalt in der Öffentlichkeit zu dokumentieren, ist auf der Internetseite des geplanten Windparks eine interaktive Karte bereitgestellt, auf der man sich vom aktuellen Zustand der Planflächen überzeugen kann: https://www.wp-reinhardswald.de/standorte/ 
 

 


StadtLabor: Die regionale Energiewende vorantreiben

Nordhessen hat sich das Ziel gesetzt, schon vor dem Jahr 2050 vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen. Wie das gelingen kann, “experimentierte” Klaus Schaake im StadtLabor des Freien Radios mit Helga Weber (Vorstand Bürger Energie Kassel & Söhre eG), Julian Steiner (Geschäftsführer Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. – deENet) und Lars Rotzsche (Leiter Windenergie der Städtische Werke AG).
Hier dokumentiert: die am 22. August 2019 im Freien Radio Kassel ausgestrahlte Live-Sendung. Die Musiktitel sind im Podcast nicht enthalten. Das hat mit der GEMA zu tun.

 

 

 


Photovoltaik Anlage Wilhelmsgymnasium fertig

Die bisher größte Photovoltaik Anlage der Genossenschaft mit 116 kWp auf dem Dach des Wilhelmsgymnasiums in Kassel ist in Betrieb. Die Kaufunger Firma Energiesysteme Groß realisierte im Auftrag der Energiegenossenschaft die Anlage, die von der Stadt Kassel gemietet und betrieben wird. Eine Anzeige in der HNA vom 24.8.2019 präsentiert das Ergebnis - den ausführlichen Text finden Sie hier.

 



 


barcamp-renewables

Am 10. und 11. Oktober findet in der Günther Cramer Solar-Academy bei SMA Solar Technology wieder ein „Barcamp Renewables“statt.

Das Barcamp Renewables ist eine Kooperationsveranstaltung vom Verein „Die Energieblogger“, dem deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. und der SMA Solar Technology AG. Im Zentrum stehen Austausch & Networking rund um die Themen erneuerbare Energien und Energiewende. Eingeladen sind alle Energiewende-Interessierten - egal ob Vertreter aus Unternehmen und Organisationen, Blogger und Multiplikatoren oder interessierte Privatleute.

Was ist ein Barcamp?

„Bar“ steht in der Programmiersprache für einen Beispielwert. Übersetzt heißt es ungefähr „irgendwas“. Und „irgendwas“ ist auch das Motto eines Barcamps. Jeder darf kommen und jeder darf mitmachen: zu „irgendwas“ Vorträge halten, Diskussionsrunden moderieren oder sich an den Diskussionen beteiligen – jeder kann seinen Beitrag leisten.

Und warum das Ganze?

Jeder darf zu irgendeinem Thema, das ihn interessiert oder zu dem er sich besonders auskennt, einen Vortrag halten oder eine Diskussion leiten. Im Vordergrund stehen inhaltlicher Austausch und das Knüpfen von Kontakten. Aber auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen.

Wie läuft ein Barcamp ab?

Das übergeordnete Thema steht meist vorher fest, Inhalt und Ablauf dahingegen nicht. Hier haben die Teilnehmer Mitspracherecht: sie entscheiden erst am Tag des Barcamps welche Vortragsthemen sie interessieren und somit als eigene Sessions in den Stundenplan aufgenommen werden – per Handzeichen oder Applaus. Dabei sind auch spontane Themenvorschläge gern gesehen.

Die Veranstaltung ist Dank der Sponsoren kostenlos.

Weitere Informationen finden Sie unter www.barcamp-renewables.de und hier.

 


 

Noch einmal: Energieweg Söhre lohnt!

 

Den Prospekt des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald können Sie hier herunterladen.

  Wir wollen noch einmal auf den Energieweg Söhre hinweisen!

In der StadtZeit Nr. 90 vom März 2019 gibt es weitere Informationen zum Energieweg.

Klicken Sie dafür hier

 


Bericht über die Generalversammlung 2019

 

Liebe Mitglieder,

am Dienstag Abend fand unter Beteiligung von 96 Mitgliedern unsere diesjährige Generalversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Dörnhagen statt. Falls Sie an dieser Versammlung nicht teilnehmen konnten, möchten wir Ihnen mit diesem Schreiben die wichtigsten Ergebnisse mitteilen.

Die Leitung der Veranstaltung hatte Harry Völler, Vorsitzender des Aufsichtsrats, inne. Zunächst berichtete Herr Prof. Meyfahrt als Vorstandsvorsitzender über die Entwicklung der Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr:  Im Juni 2019 hatte die Genossenschaft 1.025 Mitglieder und 8,2 Mio € Geschäftsguthaben.

Wir sind an 4 Windparkgesellschaften beteiligt (incl. Windpark GmbH & Co. KG Kreuzstein, an der wir seit 1.1.2019 Gesellschafter sind), 19 PV-Anlagen mit zusammen 400 kWp und und 2 Projekte im Bereich Wärme wurden finanziert. Die Ergebnisse der Windparkgesellschaften lagen in 2017 und 2018 jeweils über Plan.

Auf Dächern kommunaler Liegenschaften in Kassel, Baunatal und Fuldabrück werden PV-Anlagen mit insgesamt 351 kWp errichtet, die wir an die Betreiber vermieten. Mit der Aktion „Solargenossen“ ist es gelungen, bisher 6 Anlagen auf Dächern unserer Mitglieder mit insgesamt 34 kWp zu errichten; in Vorbereitung sind PV-Anlagen auf weiteren 4 Dächern mit zusammen 25 kWp.

Die Prüfung durch den Genossenschaftsverband, deren Ergebnisse Herr Bonow vortrug, hat der Genossenschaft eine gute und solide wirtschaftliche Situation sowie eine ordnungsgemäße Geschäftsführung von Vorstand und Aufsichtsrat attestiert. Auch die Prüfung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat, die von Herrn Flotho und Herrn Pfeiffer duchgeführt wurde, hat zu keinerlei Beanstandungen geführt.

Der Jahresabschluss wurde daraufhin durch die Generalversammlung einstimmig genehmigt. Wie vom Vorstand vorgeschlagen, genehmigte die Versammlung danach eine Ausschüttung der Dividende für 2018 in Höhe von 2,5%.  Auch dieser Vorschlag erhielt die Zustimmung ohne Gegenstimme.

Da Ausschüttungen der Windparkgesellschaften erst zum 30.10. dieses Jahres erfolgen, kann die Dividende auch erst Anfang November ausgezahlt werden. Bis dahin ist auch noch Zeit für einen Freistellungsauftrag, mit dem der Steuerabzug vermieden werden kann. Formulare finden Sie im Download-Bereich auf unserer Website.

Nach der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte die Neuwahl des Aufsichtsrats, dessen Amtszeit nach drei Jahren abgelaufen ist. Bereits vor einiger Zeit hatte Herr Wolf Breidenbach erklärt, dass er aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen könne. Herr Völler dankte, auch im Namen des Vorstands, Herrn Breidenbach für sein Engagement für die Genossenschaft, deren Vorsitz er während der ersten Jahre ebenfalls inne gehabt hatte.

Alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ihre weitere Kandidatur bestätigt. Um die bewährte Größe des Aufsichtsrats beizubehalten, erklärte Herr Julian Steiner, Geschäftsführer des deENet, seine Bereitschaft, Mitglied des Aufsichtsrats zu werden. In offener Abstimmung wurde der Aufsichtsrat als Gremium gemeinsam – und auch hier ohne Gegenstimme – gewählt. Alle Mitglieder nahmen die Wahl an.

In der Vorausschau für die nächsten Projekte erläuterten die Herren Meyfahrt und Brandau die Zielsetzungen der Geschäftsführung für die kommenden Jahre: Beteiligung an weiteren Windparkprojekten (2 zusätzliche Anlagen im Söhrewald; Windpark Reinhardswald und Windpark Steinberg), die WPs im Reinhardswald und am Steinberg müssen noch die Genehmigungsverfahren und die Ausschreibung bestehen und von daher kann nicht vor Ablauf von 2 Jahren mit einer Umsetzung gerechnet werden).

Im Bereich PV strebt die Genossenschaft die Errichtung von 2 weiteren größeren Anlagen (> 100 kWp) und 5 mittleren Anlagen (30-50 kWp) an.

Die Zulassungsbeschränkung auf 4 Anteile gilt zunächst weiter. Sie können allerdings weitere Anteile vormerken, die dann abgerufen werden, wenn aufgrund guter Fortschritte bei der Planung von PV-Anlagen Liquidität benötigt wird.

Bezüglich der erfolgreichen Umsetzung sowohl der Wind- wie auch weiterer PV-Projekte verwies Herr Meyfahrt auf die restriktiven Rahmenbedingungen, die die derzeitige Fassung des Erneuerbare Energien Gesetzes beinhaltet.

Den eklatanten Widerspruch zwischen den Vorgaben des EEG und der unbestreitbaren Notwendigkeit, die Energiewende in Deutschland massiv voranzutreiben, machte auch Helga Weber in ihrem Abschlussstatement deutlich. Nach Auffassung des Vorstands wäre es möglich, viel schneller als bisher den Umstieg auf die Versorgung mit Erneuerbaren Energien zu realisieren, wenn einerseits die kontraproduktiven Bremsmanöver aufgegeben und andererseits das einmalige Modell der Bürgerbeteiligung überall Anwendung finden würde. Denn ein beschleunigter Ausbau mit Wind- und Solaranlagen bedürfe ohne Frage der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger, in deren Region sich die Anlagen befinden.

Die Bereitschaft, sich weiterhin und verstärkt zu engagieren, betonte zum Ende der Veranstaltung noch einmal der Vorsitzende des Beirats der Genossenschaft, Willi Kammelter. Er verwies dabei auch auf die Möglichkeit, bei ihm eine Führung auf dem „Energieweg Söhre“ zu buchen, die neben einem interessanten Rundgang zu den 5 Windrädern auch die Chance beinhaltet, ins „Innere“ einer solchen Anlage Einblicke zu gewinnen.

Mit den besten Wünschen für einen schönen sonnigen und windreichen Sommer grüßt Sie im Namen des gesamten Vorstands

Helga Weber

 


 

Die 6. Ordentliche Generalversammlung

findet statt

am 25. 6. 2019 um 19 Uhr

im Dorfgemeinschaftshaus Fuldabrück-Dörnhagen,

4277 Fuldabrück, Dennhäuser Straße 26

 

 

 


Offener Brief zum Tag der Erde

 

Liebe Besucher des Tages der Erde

Bereits seit Wochen streiken Schülerinnen und Schüler jeweils am Freitag für einen entschiedenen Umstieg in der Umwelt- und Klimapolitik. Sie werden in ihren Forderungen von vielen Wissenschaftlern unterstützt, die bereits seit langem darauf hingewiesen haben, dass nur dann, wenn die Treibhausgase so schnell wie möglich und so stark wie möglich verringert werden, die Einhaltung der Ziele des weltweiten Pariser Klima-Abkommens gesichert werden kann.

Ihre Forderungen lauten:

  • bis 2030 Kohleausstieg
  • bis 2035 keine zusätzlichen Treibhausgase (Nettonull)
  • bis 2035 erneuerbare Energieversorgung zu 100%.

Konkret wird gefordert, bis Ende 2019 folgende Maßnahmen umzusetzen:

  • keine Subventionen mehr für fossile Energieträger
  • Abschaltung von ¼ der Kohlekraftwerke
  • eine realistische Steuer auf alle Treibhausgase.

Diese Forderungen klingen radikal, und sie sind es auch; sie greifen an der Wurzel des Problems an. Und nur ihre konsequente Umsetzung bietet die Chance, die Klimakatastrophe noch abzuwenden.

Ein „Weiter so“, wie bisher, kann nicht zum Erfolg führen. Auch der sogenannte Kohlekompromiss garantiert längst nicht die notwendige Verringerung der Treibhausgase, sondern „versüßt“ den Energiekonzernen den Ausstieg mit viel Geld.

Um diesen Forderungen zu entsprechen, muss die Politik in vielen Sektoren, Energieerzeugung, Wohnen und Bauen, Industrie, Transport und Verkehr sowie Landwirtschaft, drastisch umsteuern.

Im Bereich der Energieerzeugung heißt das z.B., dass die unsinnige Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien unbedingt aufgehoben werden muss. Wesentlich drastischere Veränderungen sind für die Bereiche Verkehr und Gebäudewirtschaft erforderlich.

Die Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre eG unterstützt die Forderungen der Schülerinnen und Schüler und der Wissenschaftler. Unser Ziel ist es seit der Gründung unserer Genossenschaft, den Umstieg auf eine nordhessische Energieversorgung ohne CO2-Emissionen so schnell wie möglich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region umzusetzen.

Liebe Besucher des Tages der Erde,

wir appellieren an Sie: unterstützen auch Sie die Forderungen der Bewegung „Fridays for future“ und fordern Sie von den Abgeordneten, sich für eine wirklich konsequente Klimapolitik einzusetzen.

Die Jugendlichen haben ein Recht darauf, sich für ihre Zukunft zu engagieren.

Wir müssen sie dabei unterstützen!

 

v.i.S.d.P.  Helga Weber

 


Brief an unsere Mitglieder

 

1.4.2019

Liebe Mitglieder,

 wir möchten Ihnen heute wieder einmal einen Überblick über die derzeitigen Entwicklungen in unserer Genossenschaft geben.

Auf der gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand am 28.3. sind alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt worden.

Wir danken dem Aufsichtsrat für das Vertrauen und freuen uns auf die nächsten drei Jahre mit neuen Aufgaben.

Voraussichtlich wird unserer jüngsten Investition in den Windpark Kreuzstein nicht so schnell ein weiteres Engagement in einen Windpark folgen können. Nach wie vor wird die Vergabe der Flächen durch Hessen-Forst hauptsächlich an der Höhe der gebotenen Pacht ausgerichtet. Mit der von uns geforderten stärkeren Berücksichtigung der Beteiligung von Bürger Energie Genossenschaften aus der Region sind wir bisher in Wiesbaden auf taube Ohren gestoßen.

Das führt dazu, dass die in Nordhessen ausgebotenen Flächen derzeit an Projektentwicklungsgesellschaften vergeben werden, die Pachten in einer Höhe zusagen, bei denen die späteren Betreiber der Anlagen voraussichtlich nur minimale Erträge erwirtschaften können. Dass es überhaupt unter diesen Umständen Betreiber geben wird, ist der Tatsache geschuldet, dass viele Finanzkonzerne derzeit verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten für ihr Kapital suchen.

Uns ist von einer Projektgesellschaft, die sich demnächst um die Fläche eines zu errichtenden Windparks bewirbt, angeboten worden, die Option einer späteren Beteiligung zu unterzeichnen.

Unter den avisierten Bedingungen haben wir dieses Angebot abgelehnt.

Für unsere Genossenschaft, die sich verpflichtet sieht, das Geld ihrer Mitglieder seriös und mit angemessener Rendite zu verwenden, kann eine solche Beteiligung, die wesentlich schlechtere Ergebnisse erbringen würde als die, die sich aus unseren bisherigen Engagements ergeben, nicht in Frage kommen.

Statt dessen setzen wir verstärkt auf das Geschäftsfeld Photovoltaik.

Seit mehr als zwei Jahren bieten wir die Finanzierung von PV-Anlagen auf den Dächern unserer Mitglieder, aber auch auf kommunalen, gewerblichen und weiteren privaten Liegenschaften an.

  • Unser Projekt „Solargenossen“ erfreut sich steigender Nachfrage. Bis jetzt haben sich etliche Mitglieder über dieses Angebot informiert, vier Anlagen sind bisher realisiert worden, über weitere zwei Anlagen wird derzeit beraten.

Unseren Flyer „Solargenossen“ legen wir Ihnen bei und bitten Sie zu prüfen, ob dieses Angebot auch für Sie in Frage kommen könnte.

Bitte übermitteln Sie diesen Flyer auch an interessierte Verwandte und Bekannte. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne einige Exemplare in print-Form zu.

Auch im Bereich der kommunalen Liegenschaften gibt es Fortschritte zu vermelden:

  • Nach der im Frühjahr 2017 errichteten PV-Anlage auf der Martin-Luther-King-Schule wird demnächst das Wilhelmsgymnasium eine von unserer Genossenschaft finanzierte PV-Anlage erhalten, ebenso werden für die Reformschule und die Goetheschule II derartige Anlagen projektiert.
  • Auf insgesamt 10 Liegenschaften der Stadt Baunatal sind bereits PV-Anlagen errichtet bzw. in Vorbereitung.
  • Mit weiteren nicht-gewerblichen Einrichtungen sind wir in Verhandlung.

Liebe Mitglieder,

unsere diesjährige Generalversammlung wird am 25.6. in Fuldabrück (nicht in Lohfelden!) stattfinden. Eine gesonderte Einladung geht Ihnen rechtzeitig zu. Bitte notieren Sie sich bereits jetzt den Termin.

Der „Tag der Erde“, das größte Umweltfest dieser Art in Deutschland, wird in diesem Jahr am 28. April auf der Ludwig-Mond-Straße in Kassel gefeiert. Selbstverständlich sind wir wieder mit einem Informationsstand vertreten. Wir freuen uns über Ihren Besuch und noch viel mehr, wenn Sie uns auch für 1-2 Stunden am Stand unterstützen. Falls Sie das ermöglichen können, bitten wir um Rückmeldung per Mail.

Um die Bedeutung der regionalen Energiewende hervorzuheben, haben die Städtischen Werke Kassel ein neues Produkt für ihre Kunden bereit gestellt. Es kann jetzt  der Strom, der im Windpark Stiftswald erzeugt wird, direkt als „WindStrom“ gebucht werden; dies gilt für alle Kunden im Umkreis von 50 Kilometern rund um den Windpark Stiftswald. Diese Serviceoption kostet 3 €/Monat; für Mitglieder der nordhessischen Energiegenossenschaften reduziert sich der Preis um 2 €.

Nähere Informationen erhalten Sie von den Städtischen Werken.

 

Wir danken Ihnen für Ihr Engagement für die nordhessische Energiewende und Ihr Vertrauen in unsere Geschäftstätigkeiten.

Wir wünschen Ihnen und uns ein schönes Frühjahr mit viel Sonne und Wind und verbleiben mit herzlichen Grüßen

Ihr Vorstandsteam

Rainer Meyfahrt        Helga Weber        Martin Bonow         Reiner Brandau

 


 


Bis auf weiteres können nur 4 Anteile pro Person für Beitritte zur Genossenschaft und Aufstockungen angenommen werden.

 

Der Vorstand hat am 31.7.2018 beschlossen, aufgrund derzeit hoher Liquidität im Verhältnis zu den Investitionsmöglichkeiten unserer Genossenschaft ab sofort nur die Zeichnung von maximal 4 Geschäftsanteilen à 250 € (zzgl. 12,50 € Eintrittsgeld je Geschäftsanteil) zuzulassen. Dies gilt für Neueintritte und die Zeichnung zusätzlicher Anteile.

Den Wunsch auf Zeichnung von darüber hinaus gehenden Geschäftsanteilen werden wir vormerken und bei demnächst anstehendem Kapitalbedarf unserer Genossenschaft sehr gerne berücksichtigen. In diesem Fall erhalten Sie rechtzeitig vor der Zulassung dieser zusätzlichen Geschäftsanteile eine entsprechende Nachricht, so dass Sie disponieren können. Natürlich können Sie den hier vorgemerkten Zeichnungsantrag bis zum avisierten Zulassungsdatum stornieren. Sofern Sie zukünftig weitere Geschäftsanteile zeichnen wollen, werden diese ebenfalls vorgemerkt.

 

Die nächste größere Investitionsmöglichkeit steht Anfang 2019 mit der Beteiligung am Windpark Kreuzstein an. Wir wissen noch nicht verbindlich, in welchem Umfang wir uns beteiligen können. Die dafür erforderlichen Geschäftsanteile sind aber bereits jetzt gezeichnet. Vielen Dank für das damit ausgedrückte Vertrauen!

 

Zurzeit arbeiten wir an zahlreichen Projekten zur Nutzung der Solarenergie – Entscheidungen bei den Partnern dauern, die Fachbetriebe sind gut ausgelastet – es geht langsamer voran als gedacht.

Konkreten weiteren Hinweisen auf mögliche Investitionen in diesem Sektor – bei hohem Eigenverbrauch rechnet sich Photovoltaik weiterhin – gehen wir gerne nach. Das Ziel der Genossenschaft, die Energiewende in Nordhessen voranzubringen und allen interessierten Einwohnern die  Beteiligung an Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung zu ermöglichen, bleibt bestehen.

 

Wenn sich ein großer Teil der derzeit in der Vorbereitung befindlichen Projekte realisieren lassen, können wir die Zulassungsbeschränkungen wieder aufheben.

 

Wir werden rechtzeitig darüber informieren.

  


Presseerklärung

Kassel, 25.6.2018

 

Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre unterstreicht Erfolg des nordhessischen Wegs zur Energiewende

Die Mitglieder der BE Kassel & Söhre eG haben auf ihrer Generalversammlung am 20. Juni den Kurs des Vorstands bestätigt und sich mit den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit außerordentlich zufrieden gezeigt. Wiederum kann eine Dividende ausgeschüttet werden, die über den prognostizierten Erträgen liegt.

„Alle Investitionen in die Windparks der Region, an denen wir beteiligt sind, laufen besser als die vorsichtige Kalkulation erwarten ließ. Wir sind sehr zufrieden mit dem  soliden Kurs unserer Windparkgesellschaften“, so der Vorstandsvorsitzende Rainer Meyfahrt. „Und auch die stets wachsende Zahl unserer Mitglieder zeigt uns, dass unsere Genossenschaft auf dem richtigen Weg ist. In der vergangenen Woche konnten wir unser 1000. Mitglied begrüßen. Wir freuen uns über den großen Zuspruch aus Kassel und der Region. Wir sind sicher, dass unsere Genossenschaft den erfolgreichen Weg zur nordhessischen Energiewende weiter forciert beschreiten kann.“

Zu Beginn des nächsten Jahres will sich die Genossenschaft am Windpark Kreuzstein beteiligen, der von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) entwickelt worden ist.

Weitere Investitionen in regionale Windparkprojekte sind allerdings noch nicht absehbar, weil die EEG-Novelle 2017 sowohl eine drastische Deckelung der Zubauleistungen vorsieht wie auch die Reduzierung der Einspeisevergütungen durch Ausschreibung anstrebt.

Verstärkt wollen die Energiegenossen in Photovoltaik-Projekte investieren. „Der Solarstrom ist inzwischen so kostengünstig zu erzeugen, dass sich für viele die Stromproduktion auf dem eigenen Dach lohnt, wenn ein Teil davon selbst verbraucht werden kann“, so Rainer Meyfahrt. „Wir bieten Gewerbebetrieben, kommunalen Einrichtungen und Wohnungseigentümern an, sie bezüglich der Rentabilität zu beraten und ggf. für sie die Investition zu finanzieren. Einige unserer Mitglieder kommen auf diese Weise bereits in den Genuss von selbst erzeugtem umweltfreundlichem Strom, der keiner Preissteigerung unterliegen wird. Auch die Stadt Kassel und die Stadt Baunatal sind inzwischen unsere Vertragspartner.

Mit etlichen weiteren Interessenten werden derzeit Gespräche geführt. Wir sind sicher, dass nach dem Einbruch in den Jahren 2015/16 Solarstrom wieder eine größere Bedeutung für die Energiewende bekommen wird.“

Insgesamt aber muss, wenn die bundes- und landespolitischen Ziele erreicht werden sollen, der Umstieg auf erneuerbare Energien deutlich Tempo aufnehmen.

In diesem Zusammenhang wies Helga Weber, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, auf die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements hin: „Die Widerstände, die aus den Reihen der Bürgerschaft weiteren Windparkprojekten in Süd- und Mittelhessen derzeit entgegen gebracht werden, sind nur zu überwinden, wenn, wie es die Städtischen Werke gemeinsam mit den nordhessischen Genossenschaften handhaben, die Bürger an den Planungen und den Erträgen der Windparks angemessen beteiligt werden. Die Landespolitik sollte sich endlich den Erfolg des nordhessischen Modells zur Richtschnur machen!“

 

Helga Weber

25.6.2018

 

 

 


 

 

Hier finden Sie den Offenen Brief an die Bundestagskandidatinnen und –kandidaten.


 

 

Hier können Sie unseren aktuellen Folder herunterladen!

 


 

Killerabgase und Giftkraftwerke – Das Sterben durch Diesel, Kohle und Co.

 

Es gibt viele Gründe, die Energiewende voranzutreiben – hier einer, der leider viel zu wenig beachtet wird: unsere Gesundheit!

Ein neues Kurzvideo von Volker Quaschning: "Killerabgase und Giftkraftwerke": In dem Beitrag wird diesmal nicht der Klimaaspekt beleuchtet, sondern die enorme, vielen Menschen völlig unbekannte Gesundheitsbelastung in Folge der Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken analysiert. Eindrucksvoll rechnet Prof. Quaschning beispielsweise vor, dass wir uns in Deutschland pro zwölf Arbeitsplätze in der Kohleverstromung einen toten Menschen pro Jahr in Folge der Luftverschmutzung "leisten". Und es geht ja auch anders, man muss eben nur wollen – z.B. die Grenzwerte, die in den USA gelten, bei uns einzuführen.

 

Den Link zum Video finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=nsnTPTJDv_I

 


 

Die nordhessischen Energiegenossenschaften haben einen Offenen Brief zur Ausschreibung von Flächen für Windkraftanlagen durch Hessen Forst an Ministerin Priska Hinz und Minister Tarek Al-Wazir gerichtet.

Den Text finden Sie hier: 1610 Offener Brief.pdf


 

Die Genossenschaft hat die Aktion "Werden Sie Solargenosse" gestartet!

Alles, was Sie zunächst einbringen müssen, ist eine geeignete Dachfläche und den Besitz oder Erwerb von 4 Genossenschaftsanteilen à 250 €.

Weitere Informationen finden Sie hier

 


 

Steigen mit der EEG-Umlage 2017 auch die Strompreise?

 

In der HNA-Ausgabe vom 9.8.2016 ist ein Artikel mit der Überschrift „EEG-Umlage steigt deutlich“ und dem Untertitel „Faktencheck: Warum der Strompreis für Verbraucher ab 2017 spürbar teurer wird“ erschienen.

 Wir möchten diesen „Faktencheck“ nicht unkommentiert lassen.

Zitat: “ Die Energiewende macht den Strom teurer“

 Das Ergebnis des „Faktenchecks“ scheint eindeutig zu sein: der Strom wird teurer; 300 € muss ein Vier-Personen-Haushalt demnächst pro Jahr für die EEG-Umlage aufbringen.

Schuld daran ist die Energiewende, und zwar die Einspeisevergütung für regenerativen Strom, so die Verfasserin des Artikels. Und die Einspeisevergütung steigt, weil immer mehr Windräder und Solaranlagen gebaut werden.

Was liegt da näher als die Schlussfolgerung, der Ausbau müsse gedrosselt werden, um dieser Preissteigerung zu entgehen?

Die Presseerklärung von „Agora Energiewende“, auf die sich der Tenor des Artikels, insbesondere in seiner Überschrift, bezieht, lässt diese Schlussfolgerung allerdings überhauptnicht zu.

Das Institut prognostiziert zwar eine Erhöhung der EEG-Umlage von 6.35 Cent auf 7,1 – 7,3 Cent auf Grund des Zubaus weiterer Anlagen für regenerative Stromerzeugung. In der Presseerklärung von „AGORA Energiewende“ wird aber weiter festgestellt: “Die für Stromkunden maßgeblichen Einstandskosten für Stromvertriebe ändern sich allerdings kaum: die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage wird den Prognosen zufolge weiterhin knapp unter 10 Cent pro Kilowattstunde liegen.“ Die Steigerung der EEG-Umlage führt also nur dann zu einer tatsächlichen Preiserhöhung für die Endkunden, wenn die Stromversorger die Vorteile aus den ständig sinkenden Börsenstrompreisen nicht an die Verbraucher weiter geben. Und die Börsenstrompreise sinken wegen des hohen Angebots an Erneuerbarem Strom.

Seit 2010 bis heute ist der Börsenstrompreis auf 72% gefallen. Diese Preisreduzierung nehmen die Konzerne gern in Anspruch, ohne die Vorteile am Markt weiter zu geben.

Gejammert wird immer über die steigende EEG-Umlage, die seit 2010 tatsächlich um 205 % gestiegen ist. Man muss allerdings wissen, dass diese Umlage nicht nur für die tatsächliche Ökostromerzeugung erhoben wird. Für die Produktion von regenerativem Strom (also Anlagen für PV, Wind etc.) beträgt die Erhöhung seit 2010 lediglich 50%.

Die Industrierabatte allerdings, die ebenfalls über die EEG-Umlage finanziert werden, sind in diesem Zeitraum um 182 % gestiegen!

Ob der Strompreis für die privaten Verbraucher ab 2017 tatsächlich spürbar steigt, bleibt also noch offen. Es gibt keinen Automatismus, der dazu führt, das der wachsende Anteil der Erneuerbaren Energien mit Preissteigerungen einher gehen müsste.

Zitat: „Monstertrassen verschandeln die Natur“

„Die Hauptschlagader der Energiewende“ (SuedLink-Trasse) soll in weiten Teilen als Erdkabel verlegt werden – das ist teuer. Aber brauchen wir tatsächlich diese Trassen, die massenhaft produzierten Windstrom aus Nord- und Ostsee nach Süddeutschland leiten sollen?

Das ist umstritten. Das nordhessische Konzept von dezentraler Energieerzeugung in Windparks „vor der Haustür“ reduziert den Bedarf an Trassen und ist kostengünstig. Das sagt selbst die Bundesregierung in der Begründung zur EEG-Novelle 2017 (Fassung Febr. 2016, S. 235): „Generell handelt es sich bei Windenergie an Land um die kostengünstigste Erzeugungstechnologie, die perspektivisch ganz wesentlich für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ist.“

Eine Verschandelung der Natur durch Monstertrassen ist also vermeidbar.

Zitat: „Ökostrom sorgt für insgesamt zu viel Strom“

Wenn es zu viel Strom gibt – welcher „Strom“ ist dann zu viel? Der aus regenerativen Quellen oder der aus Uralt-Braunkohlekraftwerken? Wenn man die in Paris vereinbarten Klimaziele ernst nimmt, gibt es zu viel Strom aus Kohle. Nicht die Drosselung des Ausbau regenerativer Stromquellen, sondern der politisch organisierte rasche Ausstieg aus der Kohleverstromung und die verstärkte Erzeugung von Ökostrom ist gefordert.

 Zitat. „Die Energiewende ist gut für den Klimaschutz“

Richtig – sie ist nicht nur gut, sondern Voraussetzung für die vereinbarte Reduzierung der Treibhausgase.

Zitat: „Ohne Kohle gehen die Lichter aus“

Das wird im Text relativiert – nach früheren Prognosen hätten sie längst ausgehen müssen. Tatsächlich hat der Fortschritt in der Regelungs- und Systemtechnik den Zubau verkraftet. Mit einem raschen Ausbau der Erzeugungsanlagen für Erneuerbare Energien kann Deutschland mit Erneuerbarem Strom gesichert versorgt werden. Den Beweis dafür hat das renommierte Fraunhofer Institut in Kassel schon lange erbracht.

Fazit: Die in Rot gedruckten Themen zum Faktencheck werden in den nachfolgenden Texten weitgehend relativiert, der nebenstehende Kommentar verstärkt das noch.

Für den flüchtigen Leser bleibt das Ergebnis aber negativ: Die Energiewende ist zu teuer, der Ausbau der regenerativen Erzeugung von Strom muss gedrosselt werden.

Die EEG-Novelle 2017 des Bundestags scheint damit gerechtfertigt zu sein.

 

 

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

Dazu 2 Links zu Beiträgen des Hessischen Rundfunks.

Ein Link zum Beitrag in der Hessenschau am 18.4.2016

Der Beitrag beginnt zur Minute 9:40

Ein Link zu einem Beitrag des Hessischen Rundfunks in der Sendung "defacto". Bitte klicken Sie hier. 

 


 

Presseerklärung

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

 

„Wir sind schon sehr erstaunt darüber, dass der Landesbetrieb Hessen Forst die Fläche bei Alheim zur Errichtung eines Windparks einer Projektgesellschaft zuschlagen will, die weder zur nord- noch zur mittelhessischen Region Bezug hat und die sich nicht eindeutig zur Bürgerbeteiligung bekennt,“ bemerken die Vorsitzenden der Bürger Energie Genossenschaften Kassel & Söhre, Wolfhagen, Niestetal, Kaufunger Wald, Werra Meißner, waldhessischer Energiegenossenschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung.

„Wir wenden uns mit dieser Presseerklärung an die Öffentlichkeit, weil wir befürchten, dass die Vergabe in Alheim beispielgebend für künftige Entscheidungen sein könnte. Dies würde einer regional getragenen Energiewende mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung widersprechen.“

Wie die Genossenschaftsvertreter in einem Brief aus dem Umweltministerium erfahren haben, spielen bei der Flächenvergabe von Standorten für Windparks die Interessen der betroffenen Kommunen und das Konzept zur Einbindung von bürgerschaftlichem Engagement nur eine untergeordnete Rolle.

„Offenbar ist die in Aussicht gestellte Pachthöhe das entscheidende Kriterium“, stellen die Vorsitzenden fest.

 „Die Erkenntnis, dass die für die Energiewende notwendige Akzeptanz auch dadurch zustande kommt, dass die Bürger die Möglichkeit der finanziellen Teilhabe am Ertrag der Anlagen haben, findet keine Berücksichtigung. Das verwundert uns sehr“, stellen die Vertreter der Energiegenossenschaften fest. „Wir wollen die Energiewende als breite Bürgerbewegung voranbringen. Was wir nicht wollen, ist, dass institutionelle Anleger und international operierende Kapitalgesellschaften sich im Geschäft mit erneuerbaren Energien die Taschen voll machen.“

„Völlig unverständlich ist uns, dass Hessen Forst die Ergebnisse einer Studie über die Zuverlässigkeit der Ertragsprognosen von Projektentwicklern offenbar nicht berücksichtigt hat. Die jetzt gewählte Projektentwicklungsgesellschaft hat sich bisher dadurch ausgezeichnet, dass sie bei bereits fertig gestellten Windparks wesentlich größere Erträge vorher gesagt hatte als schließlich eingetroffen sind.

Der Vorwurf, Erträge zu versprechen, die dann nicht erzielt werden, wird ja gegenüber der Windparkbranche als ganzer inzwischen häufig erhoben“, erklären die Vorsitzenden weiter. „Dass dies nicht für alle Betreiber gilt, zeigen seriöse Unternehmen wie z.B. die Windparkgesellschaft Niestetal/Söhrewald. Hier sind die Prognosen so vorsichtig formuliert, dass die Ergebnisse deutlich besser aussehen als vorhergesagt wurde.“

„Die Akzeptanz der Energiewende hängt ganz entscheidend davon ab, ob die Bürger sicher sein können, dass ihre Interessen vertreten werden und nicht die Profitorientierung großer Konzerne. Hierin liegt ein großes Maß an politischer Verantwortung. Dieser Verantwortung muss das Interesse an maximalen Erträgen, die der Landesbetrieb erzielen kann, untergeordnet werden!
Wir fordern deshalb das hessische Umweltministerium auf, bei der Vergabe von Windparkflächen sowohl die berechtigten Belange der Anrainerkommunen wie der Bürger der Region vorrangig zu berücksichtigen. Auch der Seriosität der Projektentwicklungsgesellschaften ist hohe Bedeutung einzuräumen,“ so die Vorstände abschließend.

 

Bürger Energie Kassel & Söhre eG

Bürger-Energiegenossenschaft Niestetal eG

Bürgerenergie Werra-Meißner eG

BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhager eG

EnergieGenossenschaft KaufungerWald eG

Waldhessische Energiegenossenschaft eG

   


 

"Energie aus der Heimat"

Eine Broschüre der SUN Stadtwerke Union Nordhessen erläutert das Konzept der Energiewende in regionaler Verantwortung.

Sie können sie hier herunterladen.