Stellungnahme zum Energiesammelgesetz 

Die Bundesregierung hat ein "Energiesammelgestz" vorgelegt, das als ein Anschlag auf die Energiewende in Bürgerhand interpretiert werden kann. Wir veröffentlichen Auszüge einer Stellungnahme unter anderem vom Bündnis Bürgerenergie e.V.

Die vollständige Stellungnahme erreichen Sie über den folgenden Link: Stellungnahme Energiesammelgesetz.pdf

Das Energiesammelgesetz streb teine bedeutende Änderung de sbestehenden Energierechts an. Von dieser Änderung wären zahlreiche Bürgerinnen und Bürger negativ betroffen. Vor diesem Hintergrund ist das Bündnis Bürgerenergie schockiert, dass die Bundesregierung der öffentlichen Deliberation keine Zeit eingeräumt hat. Auch eine Anhörung von Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Fachkreisen und Verbänden ist nicht erfolgt. Aus unserer Sicht verstößt die Bundesregierung damit sowohl gegen den Koalitionsvertrag als auch gegen §47 de rGemeinsamen Geschäftsordnung derBundesministerien.

Dass zudem Bundestag und Bundesrat faktisch gezwungen werden, die notwendigen Lesungen in größter Schnelligkeit und–wie zu befürchten ist–damit auch in einer nicht hinnehmbaren Oberflächlichkeit vorzunehmen, reiht sich ein in ähnlich problematische Praktiken, die in der Vergangenheit beobachtet werden mussten,...

Zur außerordentlichen Absenkung der Vergütung für Photovoltaikanlagen

Es ist fachlich vollkommen unverständlich und darüber hinaus viel zu kurzfristig, dass das Energiesammelgesetz eine außerordentliche Absenkung der Vergütung von Aufdach- Photovoltaikanlagen zwischen 40 und 750 kW um 20 Prozent zum 01.01.2019 vorsieht. Dies trifft jedes zweite Photovoltaik-Projekt, wird den Ausbau der Photovoltaik für lange Jahre blockieren und erhebliche wirtschaftliche Schäden oder gar Insolvenzen bei den betroffenen Unternehmen der deutschen Solarbranche mit ihren über 30.000 Beschäftigten bewirken.

Photovoltaik-Dachanlagen, die anders als Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder Windkraftanlagen keine zusätzliche Flächen benötigen, die öffentlichen Netze oft kaum in Anspruch nehmen und keinen Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen, sind ein besonders wertvoller Baustein bei der Energiewende. Dies sieht auch der Bundesrat so, der die Regierung erst im Oktober in unmissverständliche rKlarheit aufgefordert hat, mehr für die urbane Photovoltaik zu tun.

Die Photovoltaik musste in den letzten Monaten schon eine Vergütungsabsenkung um fünf Prozent hinnehmen, da sie es in diesem Jahr zum ersten Mal seit Jahren schafft, den gesetzlich definierten Zubau von 2,5 Gigawatt zu erreichen. Zwar gab es in den vergangenen Monaten ein Senkung der Einkaufspreise bei den Solarmodulen, dies erleichtert jedoch solche Projekte nur unwesentlich.

Längst liegt de rGroßteil der Kosten bei der Montage der Anlagen und der Integration in die Gebäudetechnik. Zudem steigen andere Kosten, zum Beispiel durch den gesetzlich vorgeschriebenenSmartMeterRollout.InsgesamtsindgroßeAufdachanlagendieamschwersten durchführbarenPhotovoltaik-Projekte,beideneninsbesonderefolgendeAufwendungenanfallen:

  • Gerüste,
  • Verschiedene Gutachten (Statische Tragfähigkeit des Daches, Windlast, Blitzschutz, Berufsgenossenschaft),
  • Ausbau des Blitzschutzes,
  • Not-Aus-Schalter an einer von der Feuerwehr zu bestimmende Stelle,
  • Brandschutz und Feuerwehrpläne,
  • Umbau der Gebäudeelektrik,
  • Verhandlung und Abschluss vonDachmietverträgen,
  • Berücksichtigung der Arbeitssicherheit auf dem Dach für die spätere Bewirtschaftung des Daches (Planung, Randabstände, Umbauen von Lichtkuppeln, Wartungswege, Umbau von Sekuranten,),
  • Aufwändige Baustellenlogistik bei öffentlichen Gebäuden (z.B.BauinSchulferien).

Ein Großteil der von Bürgerenergiegesellschaften initiierten Photovoltaik-Anlagen werden auf großen, oft öffentlichen Gebäuden errichtet. Die geplante Senkung wird diese Projekte komplett verhindern. Von einer „Überförderung“ solcher Projekte kann nicht die Rede sein. Millionen von Dächern in Deutschland könnten für die Energiewende genutzt werden. Städte und Gemeinden bemühen sich, diese Potentiale zu heben – häufig in Kooperation mit lokalen Bürgerenergiegesellschaften. Das Energiesammelgesetz schickt sich nun an, dies zu verhindern. Dies trägt weder dem akuten Bedarf des Klimaschutzes noch Planbarkeit, Vertrauensschutz und Investitionssicherheit in Erneuerbare Energien Rechnung.

In die Leistungsklasse 40 bis 750 kW fällt auch ein Großteil der im Rahmen von Mieterstromprojekten durch Bürgerenergiegesellschaften realisierten Anlagen. Aufgrund der Fördersystematik für Mieterstrom würde sich durch die Reduzierung der Einspeisevergütung die Mieterstromförderung in Projekten in diesem Segment automatisch um bis zu 60 Prozent reduzieren. Diese Kürzung würde den aufgrund gesetzlicher Benachteiligung ohnehin viel zu schwachen Mieterstrom-Sektor mit einem Mal den Garaus bereiten.

Es ist aus Sicht der Bürgerenergie deutlich erkennbar, dass es bei dieser Kürzung nicht darum geht, im gesamtwirtschaftlichen Interesse Kosten zu vermeiden, sondern die Bürgerenergie und andere Akteure der dezentralen Energiewende, die das Geschäftsmodell der etablierten Energiewirtschaft bedrohen, auszubremsen. Damit greift die Politik einseitig zugunsten eines Wirtschaftsbereiches ein, dessen Akteure offensichtlich die Notwendigkeit von Veränderungen immer noch nicht erkannt haben und/oder diese so lange wie möglich verzögern. Ein solches einseitiges Vorgehen verhindert den notwendigen strukturellen Wandel und schadet damit letztlich Allen.

 


Bis auf weiteres können nur 4 Anteile pro Person für Beitritte zur Genossenschaft und Aufstockungen angenommen werden.

 

Der Vorstand hat am 31.7.2018 beschlossen, aufgrund derzeit hoher Liquidität im Verhältnis zu den Investitionsmöglichkeiten unserer Genossenschaft ab sofort nur die Zeichnung von maximal 4 Geschäftsanteilen à 250 € (zzgl. 12,50 € Eintrittsgeld je Geschäftsanteil) zuzulassen. Dies gilt für Neueintritte und die Zeichnung zusätzlicher Anteile.

Den Wunsch auf Zeichnung von darüber hinaus gehenden Geschäftsanteilen werden wir vormerken und bei demnächst anstehendem Kapitalbedarf unserer Genossenschaft sehr gerne berücksichtigen. In diesem Fall erhalten Sie rechtzeitig vor der Zulassung dieser zusätzlichen Geschäftsanteile eine entsprechende Nachricht, so dass Sie disponieren können. Natürlich können Sie den hier vorgemerkten Zeichnungsantrag bis zum avisierten Zulassungsdatum stornieren. Sofern Sie zukünftig weitere Geschäftsanteile zeichnen wollen, werden diese ebenfalls vorgemerkt.

 

Die nächste größere Investitionsmöglichkeit steht Anfang 2019 mit der Beteiligung am Windpark Kreuzstein an. Wir wissen noch nicht verbindlich, in welchem Umfang wir uns beteiligen können. Die dafür erforderlichen Geschäftsanteile sind aber bereits jetzt gezeichnet. Vielen Dank für das damit ausgedrückte Vertrauen!

 

Zurzeit arbeiten wir an zahlreichen Projekten zur Nutzung der Solarenergie – Entscheidungen bei den Partnern dauern, die Fachbetriebe sind gut ausgelastet – es geht langsamer voran als gedacht.

Konkreten weiteren Hinweisen auf mögliche Investitionen in diesem Sektor – bei hohem Eigenverbrauch rechnet sich Photovoltaik weiterhin – gehen wir gerne nach. Das Ziel der Genossenschaft, die Energiewende in Nordhessen voranzubringen und allen interessierten Einwohnern die  Beteiligung an Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung zu ermöglichen, bleibt bestehen.

 

Wenn sich ein großer Teil der derzeit in der Vorbereitung befindlichen Projekte realisieren lassen, können wir die Zulassungsbeschränkungen wieder aufheben.

 

Wir werden rechtzeitig darüber informieren.

 


Freistellungsaufträge für Kapitalerträge

Wir nehmen jetzt auch Freistellungsaufträge für Kapitalerträge herein. Sie finden das erforderliche Formular auf der Seite "Formulare und Downloads" oder klicken Sie hier. Wir benötigen das Formular unterschrieben im Original - eine Datei genügt nicht.

 

 


Presseerklärung

Kassel, 25.6.2018

 

Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre unterstreicht Erfolg des nordhessischen Wegs zur Energiewende

Die Mitglieder der BE Kassel & Söhre eG haben auf ihrer Generalversammlung am 20. Juni den Kurs des Vorstands bestätigt und sich mit den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit außerordentlich zufrieden gezeigt. Wiederum kann eine Dividende ausgeschüttet werden, die über den prognostizierten Erträgen liegt.

„Alle Investitionen in die Windparks der Region, an denen wir beteiligt sind, laufen besser als die vorsichtige Kalkulation erwarten ließ. Wir sind sehr zufrieden mit dem  soliden Kurs unserer Windparkgesellschaften“, so der Vorstandsvorsitzende Rainer Meyfahrt. „Und auch die stets wachsende Zahl unserer Mitglieder zeigt uns, dass unsere Genossenschaft auf dem richtigen Weg ist. In der vergangenen Woche konnten wir unser 1000. Mitglied begrüßen. Wir freuen uns über den großen Zuspruch aus Kassel und der Region. Wir sind sicher, dass unsere Genossenschaft den erfolgreichen Weg zur nordhessischen Energiewende weiter forciert beschreiten kann.“

Zu Beginn des nächsten Jahres will sich die Genossenschaft am Windpark Kreuzstein beteiligen, der von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) entwickelt worden ist.

Weitere Investitionen in regionale Windparkprojekte sind allerdings noch nicht absehbar, weil die EEG-Novelle 2017 sowohl eine drastische Deckelung der Zubauleistungen vorsieht wie auch die Reduzierung der Einspeisevergütungen durch Ausschreibung anstrebt.

Verstärkt wollen die Energiegenossen in Photovoltaik-Projekte investieren. „Der Solarstrom ist inzwischen so kostengünstig zu erzeugen, dass sich für viele die Stromproduktion auf dem eigenen Dach lohnt, wenn ein Teil davon selbst verbraucht werden kann“, so Rainer Meyfahrt. „Wir bieten Gewerbebetrieben, kommunalen Einrichtungen und Wohnungseigentümern an, sie bezüglich der Rentabilität zu beraten und ggf. für sie die Investition zu finanzieren. Einige unserer Mitglieder kommen auf diese Weise bereits in den Genuss von selbst erzeugtem umweltfreundlichem Strom, der keiner Preissteigerung unterliegen wird. Auch die Stadt Kassel und die Stadt Baunatal sind inzwischen unsere Vertragspartner.

Mit etlichen weiteren Interessenten werden derzeit Gespräche geführt. Wir sind sicher, dass nach dem Einbruch in den Jahren 2015/16 Solarstrom wieder eine größere Bedeutung für die Energiewende bekommen wird.“

Insgesamt aber muss, wenn die bundes- und landespolitischen Ziele erreicht werden sollen, der Umstieg auf erneuerbare Energien deutlich Tempo aufnehmen.

In diesem Zusammenhang wies Helga Weber, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, auf die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements hin: „Die Widerstände, die aus den Reihen der Bürgerschaft weiteren Windparkprojekten in Süd- und Mittelhessen derzeit entgegen gebracht werden, sind nur zu überwinden, wenn, wie es die Städtischen Werke gemeinsam mit den nordhessischen Genossenschaften handhaben, die Bürger an den Planungen und den Erträgen der Windparks angemessen beteiligt werden. Die Landespolitik sollte sich endlich den Erfolg des nordhessischen Modells zur Richtschnur machen!“

 

Helga Weber

25.6.2018

 

 

 Unser 1000.stes Mitglied ist Frau Susanne Schachtrupp aus Baunatal. Herzlich willkommen!

 


 

Das Protokoll der Generalversammlung steht auf der Seite Downloads bereit!

 


Informationsveranstaltung am 31.Januar 2018

 

Erfolgreicher Informationsabend der Bürger Energie Kassel & Söhre e.G.

 

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Veranstaltung so gut besucht und das Interesse der Anwesenden offensichtlich groß war“. Mit diesen Worten kommentierte Helga Weber, Mitglied des Vorstands, die Informationsveranstaltung der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre am letzten Mittwoch im Empfangssaal der Volksbank Kassel Göttingen.

Ca. 100 Gäste verfolgten interessiert die Ausführungen der Vorstandsmitglieder Rainer Meyfahrt, Martin Bonow und Helga Weber.

Neben einer Darstellung der energiepolitischen Zielsetzung der Genossenschaft und einem kurzen Überblick über den Stand des Engagements im Bereich Windkraftanlagen nahm die Erläuterung des derzeitigen Schwerpunkts, geplante Investitionen in Photovoltaik-Anlagen, den größten Raum ein.

Herr Prof. Meyfahrt machte deutlich, dass nach langen Jahren der Stagnation im PV-Bereich derzeit eine solche Investition auch aus finanzieller Sicht wieder sinnvoll ist, wenn ein erheblicher Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird. Allerdings ist diese Entscheidung für die Interessenten mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden.

Das Angebot der Genossenschaft, in Vorleistung für derartige Investitionen auf privaten wie auch auf kommunalen und gewerblichen Dächern zu gehen und sämtliche bürokratischen Herausforderungen zu übernehmen, schien vielen Teilnehmern der Veranstaltung attraktiv zu sein.

Am Ende des Informationsabends bekundeten zahlreiche Teilnehmer ihr Interesse an einem Beitritt in die Genossenschaft; etliche Besucher erklärten, eine ihnen zur Verfügung stehende Gebäudefläche auf die Eignung für die Montage von PV-Anlagen durch die Genossenschaft prüfen lassen zu wollen.

 

 


Offener Brief an die Ministerin Frau Priska Hinz zur Bürgerbeteiligung am Windpark "Hausfirste"

 

2.1. 2018

Sehr geehrte Frau Ministerin!

 

In Nordhessen hat die Entega den Windpark „Hausfirste“ errichtet, wobei sie eine Bürgerbeteiligung über die Energiegenossenschaften zugesagt hatte. Diese Zusage würden die nordhessischen Bürger Energie Genossenschaften gerne wahrnehmen.

Wie Sie wissen, gibt es in Nordhessen bereits einige Windparks (WP Söhrewald/

Niestetal, WP Rohrberg, WP Kaufunger Stiftswald), die von den Städtischen Werken Kassel projektiert wurden und die ausschließlich von der Städtischen Werke AG, nordhessischen Kommunen bzw. Stadtwerken und nordhessischen Bürger Energie Gesellschaften betrieben werden. Ein weiterer Windpark (Kreuzstein) wird Mitte des nächsten Jahres über die SUN dem entsprechenden Interessentenkreis angeboten werden.

Bewusst ist hier die Regionalität und die Einbindung der nordhessischen Bürgerinnen und Bürger über die Bürger Energie Genossenschaften als Entscheidungskriterium für Bau und Betrieb der Windkraftanlagen gewählt worden. Der Erfolg dieser Entscheidung zeigt sich in der hohen Akzeptanz, die speziell diesen Windparks – im Gegensatz zu anderen Projekten - in der nordhessischen Region entgegen gebracht wird und der großen Motivation, mit der die in den Bürger Energie Genossenschaften organisierten Mitglieder den Fortschritt Nordhessens auf dem Weg zur Selbstversorgung mit nachhaltiger Stromproduktion voran bringen.

In mehreren Gesprächen mit Vertretern der Entega haben wir als Vorstände unserer Genossenschaften deutlich gemacht, dass wir auch eine Beteiligung am Windpark Hausfirste gerne prüfen würden.

Dabei haben wir darauf hingewiesen, dass ein Engagement der Genossenschaften nur möglich ist, wenn sie zusammen einen Mindestanteil von 25,1% erwerben können, weil nur eine solche Mindestbeteiligung die Genossenschaften von der Anwendung des Kapitalanlagegesetzbuches freistellt, sofern sie ihre Stimmrechte aufgrund eines Stimmbindungsvertrages gemeinsam ausüben.

Einen entsprechenden Stimmbindungsvertrag, der das gemeinsame Handeln der Energiegenossenschaften sicherstellt, haben wir als nordhessische Genossenschaften auch bei den bereits getätigten Windparkbeteiligungen abgeschlossen.

In klarer Kenntnis der gesetzlichen Mindestbeteiligungsanforderung für Bürgergenossenschaften hat uns die Entega mittlerweile mitgeteilt, dass sie zu einer Veräußerung von lediglich höchstens 10% an Genossenschaften bereit sei. Sie weiß genau, dass damit die nordhessischen Bürger Energie Genossenschaften von einer Beteiligung ausgeschlossen wären.

Da die hessische Landesregierung die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in den Prozess der Energiewende als unverzichtbar erkannt hat, bitten wir Sie nun, das Gespräch mit der Entega zu suchen.

Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die von diesem Unternehmen im Vertrag mit dem Land Hessen vereinbarte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region auch tatsächlich stattfinden kann.

Unterschriften aller Vorstandsvorsitzenden

Bürger Energie & Söhre eG

Bürgerenergie Werra-Meißner eG

Bürgerenergie Wolfhager eG

Energiegenossenschaft Niestetal DEiN eG

Waldhessische Energiegenossenschaft eG

Energiegenossenschaft Kaufunger Wald eG


 

Presseerklärung

Politiker vernachlässigen den Klimaschutz im Wahlkampf

Energie-Genossen schlagen Alarm

 

„Wir stellen mit großer Sorge fest, dass die Klimapolitik in diesem Wahlkampf keine wahrnehmbare Rolle spielt“, so die Vorsitzenden der nordhessischen Bürger Energie Genossenschaften. „Dabei müsste jedem politisch Verantwortlichen klar sein, dass ein möglichst schneller Abschied vom fossilen Zeitalter auf der Agenda der nächsten Regierung ganz oben stehen muss, wenn die Klimakatastrophe noch verhindert werden soll.“

 

Die Vorstände verweisen auf die zerstörerischen Auswirkungen der Hurricanes, die derzeit Teile des amerikanischen Kontinents heimsuchen. „Aber nicht nur hier, auch in vielen anderen Teilen der Welt hat die Klimaerwärmung bereits jetzt furchtbare Konsequenzen für große Teile der Bevölkerung; Überschwemmungen, Vernichtung der Ernten, Hungersnöte und Flüchtlingsströme sind die Folgen des Temperaturanstiegs im Treibhaus.“

 

Angesichts dieser bereits jetzt eingetretenen Katastrophen gebe es kaum Wichtigeres als die Welt vor weiteren ungebremsten CO2-Emissionen zu schützen. Im Klimaabkommen von Paris hätten die Staaten dazu die nötigen Zielsetzungen vereinbart; diese müssten jetzt aber auch schnellstens umgesetzt werden.

 

Die Bundesregierung habe in der letzten Wahlperiode allerdings das Gegenteil getan und den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv ausgebremst mit der Folge, dass das deutsche Klimaziel, bis 2020 40% weniger CO2 zu emittieren, krachend verfehlt werde. Im Gegenteil: der CO2-Ausstoß Deutschlands sei im letzten Jahr sogar wieder angestiegen.

 

„Dies ist nicht nur angesichts der Bedrohungen durch den Klimawandel eine unverantwortliche Politik, sie gefährdet zudem auch die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. So hat die deutsche Solarindustrie durch die Restriktionen 60.000 Arbeitsplätze und ihre Spitzenposition im internationalen Markt eingebüßt, das gleiche Schicksal droht jetzt der Branche der Windanlagenbauer. Und auch die Autoindustrie wird nur eine Überlebenschance haben, wenn der rechtzeitige Umstieg auf Elektro-Mobilität, die aus Erneuerbaren Energien gespeist werden muss, gelingt; ein Festhalten am Verbrennungsmotor löst weder die Probleme durch Luftverschmutzung noch sichert es die Wettbewerbschancen auf den Weltmärkten.“

 

„Wir wollen mit unserem Offenen Brief denjenigen, die jetzt für den deutschen Bundestag kandidieren, deutlich machen, dass wir Antworten auf diese drängenden Fragen und angemessene Entscheidungen einfordern und wir wollen die Wähler dazu auffordern, bei ihrer Wahlentscheidung dem Klimaschutz das ihm gebührende Gewicht einzuräumen.“

 

Helga Weber

 

Hier finden Sie den Offenen Brief an die Bundestagskandidatinnen und –kandidaten.


 

Zulassungsbeschränkungen aufgehoben

                Wir freuen uns wieder über Neueintritte

                und zusätzliche Zeichnungen unserer Mitglieder!

Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre startet neue Mitgliederoffensive

„Wir sind sehr froh, dass wir die Beschränkung weiterer Zeichnungen von Anteilen an unserer Genossenschaft nun aufheben konnten“, bemerkt Helga Weber, Mitglied im Vorstand des Unternehmens. „Möglich war das, weil wir uns am Windpark Stiftswald mit einem erheblichen Anteil beteiligen konnten und weil bereits der nächste Windpark am Kreuzstein im Bau ist. Die Erfolgsgeschichte der Bürger Genossenschaft geht weiter!“

In Bezug auf die Attraktivität der Anlagen bei den Energiegenossen gibt sich Helga Weber selbstbewusst: „Wir haben nun bereits zum zweiten Mal eine Dividende ausschütten können, früher als geplant und vor allem höher als prognostiziert. Mit 1,75% liegen wir deutlich über den am Markt zur Zeit realisierbaren Erträgen und vor allem erzielen wir die Gewinne im zukunftsweisenden Sektor der erneuerbaren Energien. Unsere Mitglieder profitieren also gleich zweifach: sie investieren in eine nachhaltige Anlage und sie legen ihr gutes Geld sicher und rentabel an.“

Aufgrund dieser erfreulichen Entwicklung und wegen der absehbaren Investitionen sowohl in den nächsten Windpark wie auch im Bereich der Solarstromerzeugung will der Vorstand eine neue Werbekampagne starten.

„Wir möchten allen Bürgerinnen und Bürgern aus der Region die Möglichkeit eröffnen, sich an der regionalen Energiewende zu beteiligen und wir hoffen, dass wir alsbald unser tausendstes Mitglied begrüßen können. Die Bereitschaft, die Energiewende voranzubringen, die von Bürgern der Region getragen wird, ist groß und wir sehen unsere Aufgabe darin, diesem Engagement eine gute Anlage zu bieten!“

Helga Weber

18.7.2017

Hier können Sie unseren aktuellen Folder herunterladen!


 

Presseerklärung zur 4. ordentlichen Generalversammlung am 29.6.2017

Das Protokoll steht jetzt zum Download bereit!

 


 

Killerabgase und Giftkraftwerke – Das Sterben durch Diesel, Kohle und Co.

 

Es gibt viele Gründe, die Energiewende voranzutreiben – hier einer, der leider viel zu wenig beachtet wird: unsere Gesundheit!

Ein neues Kurzvideo von Volker Quaschning: "Killerabgase und Giftkraftwerke": In dem Beitrag wird diesmal nicht der Klimaaspekt beleuchtet, sondern die enorme, vielen Menschen völlig unbekannte Gesundheitsbelastung in Folge der Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken analysiert. Eindrucksvoll rechnet Prof. Quaschning beispielsweise vor, dass wir uns in Deutschland pro zwölf Arbeitsplätze in der Kohleverstromung einen toten Menschen pro Jahr in Folge der Luftverschmutzung "leisten". Und es geht ja auch anders, man muss eben nur wollen – z.B. die Grenzwerte, die in den USA gelten, bei uns einzuführen.

 

Den Link zum Video finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=nsnTPTJDv_I

 


 

Die nordhessischen Energiegenossenschaften haben einen Offenen Brief zur Ausschreibung von Flächen für Windkraftanlagen durch Hessen Forst an Ministerin Priska Hinz und Minister Tarek Al-Wazir gerichtet.

Den Text finden Sie hier: 1610 Offener Brief.pdf


 

Die Genossenschaft hat die Aktion "Werden Sie Solargenosse" gestartet!

Alles, was Sie zunächst einbringen müssen, ist eine geeignete Dachfläche und den Besitz oder Erwerb von 4 Genossenschaftsanteilen à 250 €.

Weitere Informationen finden Sie hier

 


Energieweg Söhre im Windpark Söhrewald

Am 22. September wurde der Energieweg Söhre der Öffentlichkeit präsentiert.

Den Prospekt des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald können Sie hier herunterladen.

  


 

Steigen mit der EEG-Umlage 2017 auch die Strompreise?

 

In der HNA-Ausgabe vom 9.8.2016 ist ein Artikel mit der Überschrift „EEG-Umlage steigt deutlich“ und dem Untertitel „Faktencheck: Warum der Strompreis für Verbraucher ab 2017 spürbar teurer wird“ erschienen.

 Wir möchten diesen „Faktencheck“ nicht unkommentiert lassen.

Zitat: “ Die Energiewende macht den Strom teurer“

 Das Ergebnis des „Faktenchecks“ scheint eindeutig zu sein: der Strom wird teurer; 300 € muss ein Vier-Personen-Haushalt demnächst pro Jahr für die EEG-Umlage aufbringen.

Schuld daran ist die Energiewende, und zwar die Einspeisevergütung für regenerativen Strom, so die Verfasserin des Artikels. Und die Einspeisevergütung steigt, weil immer mehr Windräder und Solaranlagen gebaut werden.

Was liegt da näher als die Schlussfolgerung, der Ausbau müsse gedrosselt werden, um dieser Preissteigerung zu entgehen?

Die Presseerklärung von „Agora Energiewende“, auf die sich der Tenor des Artikels, insbesondere in seiner Überschrift, bezieht, lässt diese Schlussfolgerung allerdings überhauptnicht zu.

Das Institut prognostiziert zwar eine Erhöhung der EEG-Umlage von 6.35 Cent auf 7,1 – 7,3 Cent auf Grund des Zubaus weiterer Anlagen für regenerative Stromerzeugung. In der Presseerklärung von „AGORA Energiewende“ wird aber weiter festgestellt: “Die für Stromkunden maßgeblichen Einstandskosten für Stromvertriebe ändern sich allerdings kaum: die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage wird den Prognosen zufolge weiterhin knapp unter 10 Cent pro Kilowattstunde liegen.“ Die Steigerung der EEG-Umlage führt also nur dann zu einer tatsächlichen Preiserhöhung für die Endkunden, wenn die Stromversorger die Vorteile aus den ständig sinkenden Börsenstrompreisen nicht an die Verbraucher weiter geben. Und die Börsenstrompreise sinken wegen des hohen Angebots an Erneuerbarem Strom.

Seit 2010 bis heute ist der Börsenstrompreis auf 72% gefallen. Diese Preisreduzierung nehmen die Konzerne gern in Anspruch, ohne die Vorteile am Markt weiter zu geben.

Gejammert wird immer über die steigende EEG-Umlage, die seit 2010 tatsächlich um 205 % gestiegen ist. Man muss allerdings wissen, dass diese Umlage nicht nur für die tatsächliche Ökostromerzeugung erhoben wird. Für die Produktion von regenerativem Strom (also Anlagen für PV, Wind etc.) beträgt die Erhöhung seit 2010 lediglich 50%.

Die Industrierabatte allerdings, die ebenfalls über die EEG-Umlage finanziert werden, sind in diesem Zeitraum um 182 % gestiegen!

Ob der Strompreis für die privaten Verbraucher ab 2017 tatsächlich spürbar steigt, bleibt also noch offen. Es gibt keinen Automatismus, der dazu führt, das der wachsende Anteil der Erneuerbaren Energien mit Preissteigerungen einher gehen müsste.

Zitat: „Monstertrassen verschandeln die Natur“

„Die Hauptschlagader der Energiewende“ (SuedLink-Trasse) soll in weiten Teilen als Erdkabel verlegt werden – das ist teuer. Aber brauchen wir tatsächlich diese Trassen, die massenhaft produzierten Windstrom aus Nord- und Ostsee nach Süddeutschland leiten sollen?

Das ist umstritten. Das nordhessische Konzept von dezentraler Energieerzeugung in Windparks „vor der Haustür“ reduziert den Bedarf an Trassen und ist kostengünstig. Das sagt selbst die Bundesregierung in der Begründung zur EEG-Novelle 2017 (Fassung Febr. 2016, S. 235): „Generell handelt es sich bei Windenergie an Land um die kostengünstigste Erzeugungstechnologie, die perspektivisch ganz wesentlich für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ist.“

Eine Verschandelung der Natur durch Monstertrassen ist also vermeidbar.

Zitat: „Ökostrom sorgt für insgesamt zu viel Strom“

Wenn es zu viel Strom gibt – welcher „Strom“ ist dann zu viel? Der aus regenerativen Quellen oder der aus Uralt-Braunkohlekraftwerken? Wenn man die in Paris vereinbarten Klimaziele ernst nimmt, gibt es zu viel Strom aus Kohle. Nicht die Drosselung des Ausbau regenerativer Stromquellen, sondern der politisch organisierte rasche Ausstieg aus der Kohleverstromung und die verstärkte Erzeugung von Ökostrom ist gefordert.

 Zitat. „Die Energiewende ist gut für den Klimaschutz“

Richtig – sie ist nicht nur gut, sondern Voraussetzung für die vereinbarte Reduzierung der Treibhausgase.

Zitat: „Ohne Kohle gehen die Lichter aus“

Das wird im Text relativiert – nach früheren Prognosen hätten sie längst ausgehen müssen. Tatsächlich hat der Fortschritt in der Regelungs- und Systemtechnik den Zubau verkraftet. Mit einem raschen Ausbau der Erzeugungsanlagen für Erneuerbare Energien kann Deutschland mit Erneuerbarem Strom gesichert versorgt werden. Den Beweis dafür hat das renommierte Fraunhofer Institut in Kassel schon lange erbracht.

Fazit: Die in Rot gedruckten Themen zum Faktencheck werden in den nachfolgenden Texten weitgehend relativiert, der nebenstehende Kommentar verstärkt das noch.

Für den flüchtigen Leser bleibt das Ergebnis aber negativ: Die Energiewende ist zu teuer, der Ausbau der regenerativen Erzeugung von Strom muss gedrosselt werden.

Die EEG-Novelle 2017 des Bundestags scheint damit gerechtfertigt zu sein.

 

Presseerklärung Kassel, 24.6.2016

 

Generalversammlung der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre:

Erfolg und Perspektiven

 

Auf ihrer Generalversammlung, zu Gast im Haus der Kasseler Sparkasse, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Bürger Energiegenossenschaft Kassel & Söhre ihren Mitgliedern die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2015 vorgestellt.

Mit besonderem Interesse verfolgten die zahlreich erschienenen Mitglieder den Bericht über das Ergebnis der Windpark Söhrewald/ Niestetal GmbH & Co. KG, an der die Genossenschaft seit 2014 beteiligt ist, und den Ausblick auf die weiteren Pläne des Vorstands.

„Die Winderträge aus dem zweiten Jahr des Windparks lagen erheblich über den Prognosen", erläuterte Prof. Rainer Meyfahrt, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Das sei ein sehr erfreuliches Ergebnis. Ebenso überstiegen die Erträge aus der Photovolatik-Anlage in Niestetal die Erwartungen.

„Mit ähnlich guten Ergebnissen hoffen wir auch in den nächsten Jahren rechnen zu können“, so Meyfahrt. „Im Gegensatz zu vielen Unternehmen in der Branche hat die Windpark Söhrewald/Niestetal KG sehr vorsichtig kalkuliert und ist mit großer Wahrscheinlichkeit davor gefeit, ihre Anteilseigner zu enttäuschen. Diese positive Bilanz zeigt deutlich, dass der Vorstand verantwortungsvoll mit den ihm anvertrauten Geldern umgeht, keine überzogenen Versprechen macht und nur mit   vertrauenswürdigen Partnern zusammen arbeitet“.

Angesichts dieser erfreulichen Ergebnisse kann die Genossenschaft jetzt zum ersten Mal eine Rendite von 1% ausschütten, und zwar früher als noch vor einem Jahr geplant.

„Wir erwarten, dass unsere Investition in den Windpark Rohrberg, an dem wir seit März 2016 beteiligt sind, sich ebenso ertragreich entwickelt. Noch haben die Gesellschafter keine abschließenden Ergebnisse vorliegen; die bisher bekannt gewordenen Windernten deuten aber in diese Richtung.“

Der dritte Windpark, den die Städtischen Werke in der Region entwickeln, der Windpark Kaufunger Stiftswald, ist zur Zeit im Bau. Auch hier will sich die Genossenschaft beteiligen, wenn das Angebot wieder entsprechende Erträge verspricht. „Wir sind überzeugt, dass es in größerem Umfang weitere Zeichnungen aus den Reihen unserer bisherigen Mitglieder geben wird und wir wollen auch wieder neue Interessenten ansprechen.“

Mit großer Anerkennung für die umfangreiche, ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit, erteilte die Versammlung den Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig die Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr.

So erfreulich sich die bisherige Entwicklung im Bereich der Windkraft in Nordhessen bislang darstellt, so sehr steht die Fortsetzung dieser Strategie mit der Novellierung 2016 des Erneuerbare Energien Gesetzes in Frage.

„Die geplante Novellierung des EEG zielt darauf, den weiteren Ausbau dieser kostengünstigsten Erzeugungskapazitäten drastisch einzuschränken und will gleichzeitig auch die breite Bürgerbeteiligung durch Genossenschaften abwürgen“, kommentiert Helga Weber den Gesetzesentwurf.

„Wir geben jedoch unsere Zielsetzung nicht auf und planen neue Geschäftsfelder in den Bereichen PV und Energieeffizienz.“

Zur Zeit berät der Vorstand über Projekte im Bereich Stromerzeugung mit Photovoltaik und Eigenverbrauch, sowohl für Eigentümer wie auch für Mieter. Auch im Bereich der Energieeffizienzsteigerung werden Optionen geprüft.

„Wir sind überzeugt, dass unsere Mitglieder uns auf diesen Wegen unterstützen werden, sofern wir Ihnen solide und regional orientierte Vorhaben vorstellen.

Die Energiewende in Nordhessen lässt sich nicht zurück drehen. Die Bürger Energie Bewegung bleibt weiterhin ein wichtiger Akteur in der Region bleiben wird und Klimaschutz, verbunden mit solider Geldanlage, wird immer mehr Mitstreiter finden“.

 


 

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

Dazu 2 Links zu Beiträgen des Hessischen Rundfunks.

Ein Link zum Beitrag in der Hessenschau am 18.4.2016

Der Beitrag beginnt zur Minute 9:40

Ein Link zu einem Beitrag des Hessischen Rundfunks in der Sendung "defacto". Bitte klicken Sie hier. 

 


 

Presseerklärung

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

 

„Wir sind schon sehr erstaunt darüber, dass der Landesbetrieb Hessen Forst die Fläche bei Alheim zur Errichtung eines Windparks einer Projektgesellschaft zuschlagen will, die weder zur nord- noch zur mittelhessischen Region Bezug hat und die sich nicht eindeutig zur Bürgerbeteiligung bekennt,“ bemerken die Vorsitzenden der Bürger Energie Genossenschaften Kassel & Söhre, Wolfhagen, Niestetal, Kaufunger Wald, Werra Meißner, waldhessischer Energiegenossenschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung.

„Wir wenden uns mit dieser Presseerklärung an die Öffentlichkeit, weil wir befürchten, dass die Vergabe in Alheim beispielgebend für künftige Entscheidungen sein könnte. Dies würde einer regional getragenen Energiewende mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung widersprechen.“

Wie die Genossenschaftsvertreter in einem Brief aus dem Umweltministerium erfahren haben, spielen bei der Flächenvergabe von Standorten für Windparks die Interessen der betroffenen Kommunen und das Konzept zur Einbindung von bürgerschaftlichem Engagement nur eine untergeordnete Rolle.

„Offenbar ist die in Aussicht gestellte Pachthöhe das entscheidende Kriterium“, stellen die Vorsitzenden fest.

 „Die Erkenntnis, dass die für die Energiewende notwendige Akzeptanz auch dadurch zustande kommt, dass die Bürger die Möglichkeit der finanziellen Teilhabe am Ertrag der Anlagen haben, findet keine Berücksichtigung. Das verwundert uns sehr“, stellen die Vertreter der Energiegenossenschaften fest. „Wir wollen die Energiewende als breite Bürgerbewegung voranbringen. Was wir nicht wollen, ist, dass institutionelle Anleger und international operierende Kapitalgesellschaften sich im Geschäft mit erneuerbaren Energien die Taschen voll machen.“

„Völlig unverständlich ist uns, dass Hessen Forst die Ergebnisse einer Studie über die Zuverlässigkeit der Ertragsprognosen von Projektentwicklern offenbar nicht berücksichtigt hat. Die jetzt gewählte Projektentwicklungsgesellschaft hat sich bisher dadurch ausgezeichnet, dass sie bei bereits fertig gestellten Windparks wesentlich größere Erträge vorher gesagt hatte als schließlich eingetroffen sind.

Der Vorwurf, Erträge zu versprechen, die dann nicht erzielt werden, wird ja gegenüber der Windparkbranche als ganzer inzwischen häufig erhoben“, erklären die Vorsitzenden weiter. „Dass dies nicht für alle Betreiber gilt, zeigen seriöse Unternehmen wie z.B. die Windparkgesellschaft Niestetal/Söhrewald. Hier sind die Prognosen so vorsichtig formuliert, dass die Ergebnisse deutlich besser aussehen als vorhergesagt wurde.“

„Die Akzeptanz der Energiewende hängt ganz entscheidend davon ab, ob die Bürger sicher sein können, dass ihre Interessen vertreten werden und nicht die Profitorientierung großer Konzerne. Hierin liegt ein großes Maß an politischer Verantwortung. Dieser Verantwortung muss das Interesse an maximalen Erträgen, die der Landesbetrieb erzielen kann, untergeordnet werden!
Wir fordern deshalb das hessische Umweltministerium auf, bei der Vergabe von Windparkflächen sowohl die berechtigten Belange der Anrainerkommunen wie der Bürger der Region vorrangig zu berücksichtigen. Auch der Seriosität der Projektentwicklungsgesellschaften ist hohe Bedeutung einzuräumen,“ so die Vorstände abschließend.

 

Bürger Energie Kassel & Söhre eG

Bürger-Energiegenossenschaft Niestetal eG

Bürgerenergie Werra-Meißner eG

BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhager eG

EnergieGenossenschaft KaufungerWald eG

Waldhessische Energiegenossenschaft eG

   


 

"Energie aus der Heimat"

Eine Broschüre der SUN Stadtwerke Union Nordhessen erläutert das Konzept der Energiewende in regionaler Verantwortung.

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