Presseerklärung Kassel, 24.6.2016

 

Generalversammlung der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre:

Erfolg und Perspektiven

 

Auf ihrer Generalversammlung, zu Gast im Haus der Kasseler Sparkasse, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Bürger Energiegenossenschaft Kassel & Söhre ihren Mitgliedern die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2015 vorgestellt.

Mit besonderem Interesse verfolgten die zahlreich erschienenen Mitglieder den Bericht über das Ergebnis der Windpark Söhrewald/ Niestetal GmbH & Co. KG, an der die Genossenschaft seit 2014 beteiligt ist, und den Ausblick auf die weiteren Pläne des Vorstands.

„Die Winderträge aus dem zweiten Jahr des Windparks lagen erheblich über den Prognosen", erläuterte Prof. Rainer Meyfahrt, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Das sei ein sehr erfreuliches Ergebnis. Ebenso überstiegen die Erträge aus der Photovolatik-Anlage in Niestetal die Erwartungen.

„Mit ähnlich guten Ergebnissen hoffen wir auch in den nächsten Jahren rechnen zu können“, so Meyfahrt. „Im Gegensatz zu vielen Unternehmen in der Branche hat die Windpark Söhrewald/Niestetal KG sehr vorsichtig kalkuliert und ist mit großer Wahrscheinlichkeit davor gefeit, ihre Anteilseigner zu enttäuschen. Diese positive Bilanz zeigt deutlich, dass der Vorstand verantwortungsvoll mit den ihm anvertrauten Geldern umgeht, keine überzogenen Versprechen macht und nur mit   vertrauenswürdigen Partnern zusammen arbeitet“.

Angesichts dieser erfreulichen Ergebnisse kann die Genossenschaft jetzt zum ersten Mal eine Rendite von 1% ausschütten, und zwar früher als noch vor einem Jahr geplant.

„Wir erwarten, dass unsere Investition in den Windpark Rohrberg, an dem wir seit März 2016 beteiligt sind, sich ebenso ertragreich entwickelt. Noch haben die Gesellschafter keine abschließenden Ergebnisse vorliegen; die bisher bekannt gewordenen Windernten deuten aber in diese Richtung.“

Der dritte Windpark, den die Städtischen Werke in der Region entwickeln, der Windpark Kaufunger Stiftswald, ist zur Zeit im Bau. Auch hier will sich die Genossenschaft beteiligen, wenn das Angebot wieder entsprechende Erträge verspricht. „Wir sind überzeugt, dass es in größerem Umfang weitere Zeichnungen aus den Reihen unserer bisherigen Mitglieder geben wird und wir wollen auch wieder neue Interessenten ansprechen.“

Mit großer Anerkennung für die umfangreiche, ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit, erteilte die Versammlung den Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig die Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr.

So erfreulich sich die bisherige Entwicklung im Bereich der Windkraft in Nordhessen bislang darstellt, so sehr steht die Fortsetzung dieser Strategie mit der Novellierung 2016 des Erneuerbare Energien Gesetzes in Frage.

„Die geplante Novellierung des EEG zielt darauf, den weiteren Ausbau dieser kostengünstigsten Erzeugungskapazitäten drastisch einzuschränken und will gleichzeitig auch die breite Bürgerbeteiligung durch Genossenschaften abwürgen“, kommentiert Helga Weber den Gesetzesentwurf.

„Wir geben jedoch unsere Zielsetzung nicht auf und planen neue Geschäftsfelder in den Bereichen PV und Energieeffizienz.“

Zur Zeit berät der Vorstand über Projekte im Bereich Stromerzeugung mit Photovoltaik und Eigenverbrauch, sowohl für Eigentümer wie auch für Mieter. Auch im Bereich der Energieeffizienzsteigerung werden Optionen geprüft.

„Wir sind überzeugt, dass unsere Mitglieder uns auf diesen Wegen unterstützen werden, sofern wir Ihnen solide und regional orientierte Vorhaben vorstellen.

Die Energiewende in Nordhessen lässt sich nicht zurück drehen. Die Bürger Energie Bewegung bleibt weiterhin ein wichtiger Akteur in der Region bleiben wird und Klimaschutz, verbunden mit solider Geldanlage, wird immer mehr Mitstreiter finden“.

 


 

Sektorkopplung durch die Energiewende

"Mit der jetztigen Energiewende lassen sich die Anforderungen der Pariser Klimaschutzbeschlüsse nicht einmal ansatzweise erfüllen. Soll der Energieverbrauch in den Sektoren Elektrizität, Wärme und Verkehr klimaneutral gedeckt werden, sind radikale Effizienzmaßnahmen und eine erhebliche Steigerung des Ausbaus der Windkraft und der Photovoltaik erforderlich, zeigt die Sektorkopplungsstudie der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin."

Diese Aussage ist das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr.-Ing. habil. Quaschning, die Sie hier herunterladen können.

 


 

Hessischer Klimaschutzplan

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet den Hessischen Klimaschutzplan. Die Vorstudie Klimaschutzplan 2015 Hessen können Sie hier herunterladen.

 


 

EEG-Novelle gefährdet nordhessische Energiewende!

Der jetzt vorgelegte Referentenentwurf des EEG sieht vor, die bürgerschaftlich getragene Energiewende zurück zu drängen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien erheblich zu verlangsamen.* 

Es ist beabsichtigt, ab 2017 die Energiegewinnung aus Windkraft an Land drastisch zurückzufahren und die weitere Beteiligung von Bürger Energie Genossenschaften faktisch unmöglich zu machen. Die endgültige Entscheidung zur Verabschiedung des Gesetzes soll in den nächsten Wochen fallen. 

Aus diesem Anlass fand am 31.5. 2016 eine Diskussions­veranstaltung im Bürgersaal des Kasseler Rathauses statt: 


Energiewende am Scheideweg  - Politik für die Bürger oder für die Konzerne? 

mit 

Dr. Thorsten Ebert, Vorstand Stadtwerke Union Nordhessen SUN 
Dr. Kurt Rohrig , Leitung Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Kassel 
Prof. Rainer Meyfahrt, Vorstand Bürger Energie Kassel & Söhre eG 
Rita Jaschke, Bürger Energie Werra Meißner eG 
Dr. Jürgen Drewitz, Vorstand Deine Energie in Niestetal DEIN eG 

Moderation Jörg Steinbach, HNA 

Hier ein Bild aus der gut besuchten Veranstaltung


 

 


 

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

Dazu 2 Links zu Beiträgen des Hessischen Rundfunks.

Ein Link zum Beitrag in der Hessenschau am 18.4.2016

Der Beitrag beginnt zur Minute 9:40

Ein Link zu einem Beitrag des Hessischen Rundfunks in der Sendung "defacto". Bitte klickern Sie hier. 

 


 

Presseerklärung

Nordhessische Genossenschaften kritisieren Vergabepraxis des Landes bei Windparkflächen

 

„Wir sind schon sehr erstaunt darüber, dass der Landesbetrieb Hessen Forst die Fläche bei Alheim zur Errichtung eines Windparks einer Projektgesellschaft zuschlagen will, die weder zur nord- noch zur mittelhessischen Region Bezug hat und die sich nicht eindeutig zur Bürgerbeteiligung bekennt,“ bemerken die Vorsitzenden der Bürger Energie Genossenschaften Kassel & Söhre, Wolfhagen, Niestetal, Kaufunger Wald, Werra Meißner, waldhessischer Energiegenossenschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung.

„Wir wenden uns mit dieser Presseerklärung an die Öffentlichkeit, weil wir befürchten, dass die Vergabe in Alheim beispielgebend für künftige Entscheidungen sein könnte. Dies würde einer regional getragenen Energiewende mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung widersprechen.“

Wie die Genossenschaftsvertreter in einem Brief aus dem Umweltministerium erfahren haben, spielen bei der Flächenvergabe von Standorten für Windparks die Interessen der betroffenen Kommunen und das Konzept zur Einbindung von bürgerschaftlichem Engagement nur eine untergeordnete Rolle.

„Offenbar ist die in Aussicht gestellte Pachthöhe das entscheidende Kriterium“, stellen die Vorsitzenden fest.

 „Die Erkenntnis, dass die für die Energiewende notwendige Akzeptanz auch dadurch zustande kommt, dass die Bürger die Möglichkeit der finanziellen Teilhabe am Ertrag der Anlagen haben, findet keine Berücksichtigung. Das verwundert uns sehr“, stellen die Vertreter der Energiegenossenschaften fest. „Wir wollen die Energiewende als breite Bürgerbewegung voranbringen. Was wir nicht wollen, ist, dass institutionelle Anleger und international operierende Kapitalgesellschaften sich im Geschäft mit erneuerbaren Energien die Taschen voll machen.“

„Völlig unverständlich ist uns, dass Hessen Forst die Ergebnisse einer Studie über die Zuverlässigkeit der Ertragsprognosen von Projektentwicklern offenbar nicht berücksichtigt hat. Die jetzt gewählte Projektentwicklungsgesellschaft hat sich bisher dadurch ausgezeichnet, dass sie bei bereits fertig gestellten Windparks wesentlich größere Erträge vorher gesagt hatte als schließlich eingetroffen sind.

Der Vorwurf, Erträge zu versprechen, die dann nicht erzielt werden, wird ja gegenüber der Windparkbranche als ganzer inzwischen häufig erhoben“, erklären die Vorsitzenden weiter. „Dass dies nicht für alle Betreiber gilt, zeigen seriöse Unternehmen wie z.B. die Windparkgesellschaft Niestetal/Söhrewald. Hier sind die Prognosen so vorsichtig formuliert, dass die Ergebnisse deutlich besser aussehen als vorhergesagt wurde.“

„Die Akzeptanz der Energiewende hängt ganz entscheidend davon ab, ob die Bürger sicher sein können, dass ihre Interessen vertreten werden und nicht die Profitorientierung großer Konzerne. Hierin liegt ein großes Maß an politischer Verantwortung. Dieser Verantwortung muss das Interesse an maximalen Erträgen, die der Landesbetrieb erzielen kann, untergeordnet werden!
Wir fordern deshalb das hessische Umweltministerium auf, bei der Vergabe von Windparkflächen sowohl die berechtigten Belange der Anrainerkommunen wie der Bürger der Region vorrangig zu berücksichtigen. Auch der Seriosität der Projektentwicklungsgesellschaften ist hohe Bedeutung einzuräumen,“ so die Vorstände abschließend.

 

Bürger Energie Kassel & Söhre eG

Bürger-Energiegenossenschaft Niestetal eG

Bürgerenergie Werra-Meißner eG

BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhager eG

EnergieGenossenschaft KaufungerWald eG

Waldhessische Energiegenossenschaft eG

 


 

 

Seit dem 23.3.2016 ist die Bürgerenergie Kassel & Söhre eG

Gesellschafter der „Windpark Rohrberg GmbH & Co. KG“

mit einem Anteil von 20 %.

 

Der Windpark wird dazu beitragen, die Stromerzeugung der Region sauberer zu machen. Er wird mit seinem 5 Enercon-Anlagen mit dem prognostizierten Windertrag von 41 Gigawattstunden jährlich fast 14.000 Haushalte versorgen.

Gesellschafter sind außerdem die Bürgerenergiegenossenschaften Wolfhagen, Waldhessen und Werra-Meißner, die Stadtwerke Eschwege und Bad Sooden-Allendorf sowie das Kommunalwerk Region Kassel .

Die Städtischen Werke haben damit, ebenso wie beim ersten Windpark, die Vergabe an den regionalen Bezug der Interessenten geknüpft; es sind also nur Bieter zum Zug gekommen, die sich entweder als nordhessische Kommune, als nordhessisches kommunales Versorgungsunternehmen bzw. als nordhessische Bürger Energie Genossenschaft beworben haben. Wie auch beim Windpark Söhrewald/Niestetal behalten die Städtischen Werke 25,1%.

Institutionelle Anleger sowie große Kapitalanlagegesellschaften bleiben damit unberücksichtigt. Die Städtischen Werke und die SUN (Stadtwerke Union Nordhessen) haben versichert, dass sie weiterhin dieses Verfahren wählen werden.

 

Vertreter der Gesellschafter der "Windpark Rohrberg GmbH & Co. KG"

 


 

Neue globale Bestmarken haben erneuerbare Energien im Jahr 2015 erreicht

darunter bei der zusätzlich installierten Kraftwerksleistung und der Investitionssumme, aber: Der Westen wird überholt, in Deutschland gingen die Investitionen um 49 % zurück.

Dies geht aus einem UN-Jahresreport zur Entwicklung der Erneuerbaren hervor. Erstmals investierten Schwellen- und Entwicklungsländer mehr in regenerative Energieformen als die Industrieländer. Auch im Vergleich zu Kohle und Gas können sich die grünen Energien laut Bericht behaupten.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer lösten laut den Angaben im vergangenen Jahr mit 156 Milliarden US-Dollar die Industrieländer (130 Milliarden Dollar) erstmals bei den Investitionen in Ökoenergien ab. In Europa sanken die Erneuerbaren-Investitionen sogar um 21 Prozent. Mit 134.000 Megawatt ist auch die neu hinzugekommene grüne Kraftwerksleistung global kräftig gewachsen, 2014 waren es noch 106.000 Megawatt gewesen.

Die Autoren des Berichts nennen für den Wechsel an der Spitze mehrere Gründe: den Solar-Boom in China, den schnell wachsenden Energiebedarf in Schwellenländern, die gesunkenen Preise für Erneuerbare, das geringe Wirtschaftswachstum in den Industrieländern sowie Subventionskürzungen in Europa.

Erwartungsgemäß wurden hauptsächlich Photovoltaik- und Windanlagen gebaut. Sie machen 88 Prozent der neuen Kraftwerksleistung aus. Die restlichen zwölf Prozent entfallen auf Bioenergie, geo- und solarthermische sowie Wasserkraftwerke.

Im Hinblick auf die weltweite Verständigung beim Paris-Gipfel, die Klimaerwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, warnte Udo Steffen, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management und einer der Autoren des Berichts, vor verfrühtem Optimismus: "Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Konventionelle Kraftwerke haben lange Laufzeiten. Ohne weitere politische Maßnahmen werden klimaschädliche Kohlendioxidemissionen für mindestens ein Jahrzehnt weiter zunehmen".

Insgesamt werden mittlerweile fast 23 Prozent der globalen Stromnachfrage aus regenerativen Quellen gedeckt. Investitionen in Erneuerbare gelten als Schlüssel für den Erfolg des Pariser Weltklimaabkommens. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon machte darum Anfang des Jahres Druck, die weltweiten Investitionen für Öko-Energien in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. "Der Erneuerbare-Energie-Sektor wächst – das ist gut, aber längst nicht schnell genug, um die globale Erwärmung zu stoppen", hatte Ban gewarnt.

Grafiken: bitte anklicken

 


 

Presseerklärung 17.3.2016

Bürger Energie Genossenschaften:

EEG-Novelle bremst die Energiewende in Nordhessen aus

In scharfer Form kritisieren die Vorstände der Bürger Energiegenossenschaften aus Stadt und Landkreis Kassel den Referentenentwurf zur Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes, der jetzt in Berlin zur Beratung vorgelegt wurde.

Die Bundesregierung, die in Paris den Durchbruch zur Rettung des Weltklimas gefeiert hatte, tut nun alles, um dieses Ziel zu torpedieren“, bewertet Prof. Rainer Meyfahrt die Vorlage aus Berlin. „Statt die Versorgung mit Erneuerbaren Energien zu forcieren, wie es notwendig wäre, behindert sie massiv die Anstrengungen zum Klimaschutz.“

Der Vorstandsvorsitzende der BE Kassel & Söhre begründet diese Auffassung mit der geplanten radikalen Begrenzung des zulässigen Ausbaus für Windkraft an Land und mit der künftigen Ausschreibungsverpflichtung. „In Zukunft darf der Zubau von Windkraft an Land maximal 2500 Megawatt pro Jahr betragen - im Jahr 2015 sind aber bereits ca. 3.700 MW neue Windkraftleistung an Land installiert worden.“

Das geplante Aus für die lokalen Akteure wie Stadtwerke und Bürger Energie Genossenschaften sieht Meyfahrt in der künftigen Verpflichtung zur Ausschreibung. “Das Risiko, bei einer Ausschreibung ohne Zuschlag auf Planungs- und Genehmigungskosten sitzen zu bleiben, erhöht die Kosten und verdrängt regionale Anbieter durch überregional agierende Unternehmen. Das in der Novelle vorgesehene Abwürgen der kostengünstigsten Energieproduktion ist unverantwortlich.“

Mit diesem Entwurf wird die nordhessische Energiewende ausgebremst, statt wie bisher erfolgreich voranzugehen. Nordhessen ist in unserem Bundesland Spitzenreiter beim Ausbau mit Erneuerbaren Energien. Davon profitiert die gesamte Region in umweltpolitischer, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Ein solches Erfolgsmodell abzuwürgen, heißt eine komplette Rolle rückwärts zu riskieren“, kommentiert Iris Degenhardt-Meister von der BEG Wolfhagen. „Das könnte Arbeitsplätze bei den heimischen Stadtwerken/ Energieversorgern gefährden und die Wertschöpfung in der Region deutlich verringern."

Diese Politik hat keinen anderen Sinn als die großen Energiemultis zu begünstigen. Deren Kohle- und Gaskraftwerke können umso länger laufen, je geringer die Zuwachsraten im Bereich der Erneuerbaren sind. Die Investitionen der Dinosaurier in Offshore Windanlagen rechnen sich nur, wenn die kostengünstigere Konkurrenz im Binnenland ausgeschaltet ist“, stellt Willi Nitsche für die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald fest. „Und so wird die Chance zur Dezentralität in der Energieversorgung nicht genutzt. Wenn im Binnenland nicht genügend Strom erzeugt wird, dann braucht es Südlink & Co., um den Strom von der Nordsee nach Bayern zu transportieren.“

Die lokalen Akteure stören offensichtlich die Pläne der Bundesregierung. Die Bürger Energie Genossenschaften und die Stadt- und Gemeindewerke, die frühzeitig ihre Verantwortung für den Klimaschutz auf regionaler Ebene erkannt und umgesetzt haben, sollen ausgehungert werden. Demnächst werden die Flächen für Windparks über eine Ausschreibung zugeteilt. Wer sich daran beteiligen will, muss zuvor Kosten in Höhe von ca. 1 ½ Mio € stemmen. Die sind verloren, wenn der Zuschlag anderweitig vergeben wird. Welches kleine Unternehmen, welche Genossenschaft kann den Wettbewerb mit Großkonzernen im Ausschreibungsverfahren gewinnen, wenn deren Kriegskassen nach wie vor gefüllt sind?“ fragt Dr. Jürgen Drewitz von der Niestetaler Energiegenossenschaft.

Dramatisch ist auch die Ignoranz gegenüber den Bürgerbewegungen. Die Akzeptanz des Umstiegs auf Erneuerbare Energien ist vielfach verknüpft mit dem Engagement der Bürger vor Ort in Energiegenossenschaften. Sich aus der Umklammerung durch die multinationalen Konzerne zu befreien, zu sehen, wo der Strom produziert wird, den man verbraucht, mit einem geringen Betrag einen Anteil an Windparks und Photovoltaikanlagen vor der Haustür zu erwerben, hat viele Menschen zu Unterstützern der regionalen Klimaschutzmaßnahmen gemacht. Diese Sympathie für die notwendigen Umweltschutzanstrengungen leichtfertig zu verspielen, ist Wasser auf die Mühlen der Energiewendegegner“, so Helga Weber von der BE Kassel & Söhre abschließend.

Helga Weber

17.3.2016

 


 

Material zur geplanten Gesetzesänderung 

 

Grundlage der Presseerklärung ist ein Positionspapier der Bürger Energie Kassel & Söhre zur Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG 2016), das Sie hier herunterladen können
 
- und natürlich den Referentenentwurf (jetzt neuester Stand 14.4.2016) mit Begründung selbst "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Ausschreibungen für Strom aus erneuerbaren Energien und zu weiteren Änderungen des Rechts der erneuerbaren Energien", die sie hier herunterladen können.

 


 

 

 Presseerklärung

Wechsel an der Spitze der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre e.G.

 

Prof. Rainer Meyfahrt führt seit dem 1. März die Energiegenossenschaft.

Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Wolf-Diethart Breidenbach, hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine nächste Amtsperiode zur Verfügung gestanden.

Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft nahmen diesen Entschluss mit großem Bedauern zur Kenntnis.

„Wir danken Wolf-Diethart Breidenbach für sein großes Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz. Er hat in den drei Jahren seiner Amtszeit den Auf- und Ausbau der Genossenschaft erfolgreich voran gebracht. Die Bürger Energie Kassel & Söhre eG ist in dieser Zeit zu einem wesentlichen Akteur der Energiewende in der Region geworden. Seinen Rat werden wir weiterhin brauchen und wir hoffen, dass er mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen der Genossenschaft auch zukünftig zur Seite stehen wird“, so Harry Völler, Aufsichtsratsvorsitzender, und Helga Weber vom Vorstand der Genossenschaft.

In seiner gestrigen Sitzung hatte der Aufsichtsrat der Genossenschaft die weiteren bisherigen Mitglieder des Vorstands bestätigt und Prof. Rainer Meyfahrt zum Vorsitzenden bestellt. Damit werden Martin Bonow, Reiner Brandau, Rainer Meyfahrt und Helga Weber künftig das Vorstandsteam bilden.

 „Die erfolgreiche Arbeit für den Umstieg auf umweltgerechte Strom- und Wärmeproduktion in Nordhessen wollen wir engagiert fortsetzen. Die Region hat das Potenzial sich mit erneuerbarer Energie selbst zu versorgen und sie hat die Bewohner, die diese Entscheidung mittragen. Unsere Genossenschaft hat sich der ökologischen Vernunft und der Regionalität verschrieben. Wir werden auf diesem Weg konsequent weitergehen“, so Rainer Meyfahrt.

1.3.2016

Helga Weber

 


 

Presseerklärung

Energiegenossen freuen sich über zahlreiche neue Mitstreiter

 

„Unsere Mitgliederzahl wächst rasant. Wir sind mittlerweile zu einem bedeutenden Akteur bei der Umsetzung der nordhessischen Energiewende geworden“, freut sich der Vorstandsvorsitzende der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre, Wolf Diethart Breidenbach.

Die Genossenschaft hatte an zwei Informationsabenden in Kassel und in Lohfelden ihre Projekte vorgestellt. Zahlreiche Besucher füllten anschließend Beitrittserklärungen aus bzw. zeichneten zusätzliche Anteile.

„Die Chance, mit Bürgergeld aus der Region den Wechsel zu den Erneuerbaren zu schaffen und dabei die Wertschöpfung in Nordhessen zu behalten, überzeugt viele Menschen. Der erzeugte regenerative Strom wird in vollem Umfang in Kassel verbraucht; es werden Arbeitsplätze in der Region geschaffen und die Erträge aus den Anlagen fließen in die Kassen der Bürger, die die Anlagen finanziert haben. Dieses Erfolgsmodell beflügelt alle, denen der Umstieg in der Energieversorgung am Herzen liegt und die ihr Geld seriös und ertragreich anlegen wollen,“ so Helga Weber.

Der erhebliche Zustrom an weiteren Anteilszeichnungen mache die Beteiligung am Windpark Rohrberg im angestrebten Umfang möglich, ist sich Vorstandsmitglied Rainer Meyfahrt sicher. „Wir wollen auch hier eine Beteiligung von 25% erreichen. Der Standort lässt eine gute Verzinsung unseres eingesetzten Kapitals erwarten. Wir gehen davon aus, dass auch hier wieder die sehr vorsichtige Ertragsprognose der Städtischen Werke übertroffen werden kann. Das gute Geld unserer Mitglieder werden wir nur in geprüfte und gesicherte Investitionen stecken.“

Der Umfang der zusätzlichen Mitgliederzahl bestätigt die Erwartungen des Vorstands, so Martin Bonow, der das Potenzial für die Bürger Energie Genossenschaft auf 10 Mio € geschätzt hatte. „Jetzt werden wir verstärkt für das nächste Windparkprojekt, die Anlagen im Kaufunger Stiftswald, werben.“ Dieser Windpark soll im Oktober des nächsten Jahres ans Netz gehen.

Ein zusätzliches Geschäftsfeld will die Genossenschaft im Bereich der Gebäudesanierung entwickeln. „Wer die Energiewende wirklich will, muss sich unbedingt um die Reduzierung des Wärmeenergiebedarfs kümmern.“

 

Helga Weber

15.12.2015

 

                                   

"Klimaschutz, der sich für sie auszahlt" war das Motto der 2 gut besuchten öffentlichen Informationsveranstaltungen der Energiegenossenschaft Kassel & Söhre eG am 9. Dezember in der Kasseler Bank in Kassel

                                   

und am 10. Dezember im Bürgerhaus Lohfelden

                                   

 


 

"Energie aus der Heimat"

Eine Broschüre der SUN Stadtwerke Union Nordhessen erläutert das Konzept der Energiewende in regionaler Verantwortung.

Sie können sie hier herunterladen.


 

Wir weisen auf eine Veröffentlichung der Hessischen Landesregierung hin:

Erster Monitoringbericht zur Energiewende in Hessen veröffentlicht 

 

Bild: Fotolia

 

Die Umsetzung der Energiewende ist ein zentrales Vorhaben der Hessischen Landesregierung. Ziele der hessischen Energiepolitik sind der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung und die Steigerung der Energieeffizienz. Um den Fortschritt der Energiewende zu überprüfen, hat das Hessische Wirtschaftsministerium ein Monitoring eingerichtet.

Der Bericht „Energiewende in Hessen – Monitoringbericht 2015“ bietet auf Basis energiestatistischer Kennzahlen eine Fülle von Informationen über die Entwicklungen der Energiewende. Dargestellt werden die Themenbereiche Energieversorgung, Energieeffizienz, Energieerzeugung, Netze, Verkehr, Treibhausgasemissionen und gesamtwirtschaftliche Effekte der Energiewende. Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf dem Ausbau der erneuerbaren Ener-gien in Hessen. So werden installierte Anlagenleistungen und erzeugte Strommengen von Windenergieanlagen, Biomasse- und Photovoltaikanlagen gemeindescharf und nach Landkreisen abgebildet. 

Der Bericht wurde von der Hessen Agentur in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und dem Hessischen Statistischen Landesamt erarbeitet. Unterstützt wird das Monitoring durch eine begleitende Arbeitsgruppe, in der Verbände der Energiewirtschaft, Forschungsinstitutionen und Unternehmen vertreten sind. 

Die Studie können Sie hier downloaden.

Ansprechpartner: Uwe van den Busch, Tel: 0611 950 17-8333, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bild: Fotolia

 


Die Bürgerenergiegenossenschaft Kassel & Söhre ist Mitglied im Landesnetzwerk Bürger-Energiegenossenschaften Hessen e.V.

Die folgende Pressemitteilung hat das Netzwerk zum ersten Folgetreffen des hessischen Energiegipfels herausgegeben.


 

Das Landesnetzwerk hat Forderungen an die Energiepolitik der Landesregierung in Hessen veröffentlicht - für eine erfolgreiche Energiewende unter der Einbindung der Bürger des Landes Hessen.

Den Text finden sie hier.

 

 


  

Windpark Söhre fotografiert von Uwe Braun